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In diesem Zelt entsteht ein Haus

Glinde. Weithin sichtbar ist das weiße, zehn Meter hoch in den Himmel ragende Zelt an der Ecke Gerda-Maßman-Weg/Kuno-Hanke-Weg auf dem Depotgelände. Und während drum herum der Schnee alle Baustellen unter sich begraben hat, wird unter der Plane munter gewerkelt. Zwei Maurerkolonnen der Firma Viebrockhaus errichten hier zurzeit einen Winkelbungalow - und das, obwohl draußen klirrender Frost herrscht.
Bei nicht gerade lauschigen zwei Grad Lufttemperatur sind Polier Thomas Winkelmann und seine Jungs gerade dabei, die Außenwände des Einfamilienhauses Stein für Stein hoch zu mauern. Dabei müssen alle gut Hand in Hand arbeiten, denn der Platz in dem 360 Quadratmeter großen Zelt ist begrenzt. "Die Temperaturen sind nicht gerade heimelig, aber es lässt sich gut dabei arbeiten", sagt Winkelmann. Der 43-Jährige ist gerade mit Maik Fitschen dabei, eine stählerne Bewehrung vorzubereiten. Sie wird später dort in Beton gegossen, wo die Dachbalken des Bungalows auf den Außenmauern aufliegen werden.
Währenddessen verklinkert Alfred Albers die Fassade. Die tragenden Wände aus weißen Ytongsteinen stehen zum Großteil, davor ist eine Dämmschicht gehängt. Hiervor kommen nun die schmucken Rotklinker. Eine Menge Steine wandern da durch Albers' Hände. "Wie viele es wirklich sind, darüber mache ich mir keine Gedanken. Hauptsache, es sind immer genug da", sagt der 57-Jährige mit einem Lachen.
Einen "leichten" Job hat Tobias Paschke: Er schneidet aus Styropor sogenannte Laibungsstreifen zurecht. "Die sorgen später dafür, dass es rund um die Fenster und Türen nicht durchzieht", erklärt der 26-Jährige. Gleichzeitig hat das Styropor gute Dämmeigenschaften.
Während ein Heizaggregat im Zelt für konstante Temperaturen zwischen plus zwei und plus fünf Grad sorgt, pfeift draußen ein eisiger Wind. Das meiste Material für den Hausbau wird unter der vor den Unbilden des Wetters schützenden Zeltplane gelagert, damit ein schneller Zugriff gewährleistet ist. Der Mörtel allerdings muss draußen frisch aus dem Silo angemischt werden - die Aufgabe von Alexander Altmaier. Der 59-Jährige mischt das Mörtelpulver mit Wasser, befördert es dann per Schubkarre zu seinen Kollegen. "Ich muss aufpassen, dass mir die Anlage nicht einfriert", erzählt Altmaier. Deshalb bläst ein Heizstrahler ständig Warmluft gegen die Leitungsrohre.
Die "Winterbaumaßnahme" kommt bei den Viebrock-Mitarbeitern gut an. "Schön, wenn man was zu tun hat und nicht den ganzen Winter zuhause 'rumsitzen muss", sagt Polier Winkelmann. Denn die Alternative wäre, in saisonale Kurzarbeit zu gehen. Das Bauen unterm Zelt betreibt die Firma Viebrockhaus AG seit fünf Jahren. Mittlerweile sind 40 Zelte im Einsatz. Durch Mischkalkulation zahlen die Bauherren zahlen für das Bauen im Winter keinen Pfennig mehr.

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© Bergedorfer Zeitung 2008