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Weihnachten im neuen Heim

Wentorf. Für die Erfüllung eines Traums nimmt Familie Eckelt einiges auf sich: Um 6 Uhr mussten Susi und Mike Eckelt gestern aufstehen - 60 Umzugskartons hatten sie gepackt, das Transportteam hatte sich angekündigt und wollte die Möbel zerlegen. Außerdem hatten sich im neuen, eigenen Haus am Kuno-Hanke-Weg auf dem ehemaligen Depotgelände die Küchenmonteure angesagt.
Alles ist zwar noch nicht fertig: Eines der Kinderzimmer, im Obergeschoss ist noch nicht das ganze Laminat verlegt, deshalb ist das Treppengeländer noch nicht befestigt und das Waschbecken kommt heute - vielleicht. In den oberen Zimmern fehlen noch Tapeten; deshalb träumt Mike Eckelt von Sprühraufaser.
Zum Glück haben Susi Eckelts Eltern ihren Enkel Tom (5) aufgenommen, Mike Eckelts Mutter Ruth Stollenwerk kümmert sich um die kleine Lara (4 Monate). Das Umzugsteam hat die erste Lkw-Ladung an Möbeln und Kartons ins Haus gebracht und auf die fünf Zimmer verteilt. Nachdem Stollenwerk das Baby gewickelt hat, schläft es in Susi Eckelts Armen seelenruhig ein. "Wir witzeln schon immer: Wenn wir fertig sind, kann sie bei der Ruhe bestimmt nicht mehr schlafen und dann heißt es 'Schatz, schalt die Bohrmaschine ein!'", sagt Susi Eckelt.
Als die Hausherrin einen Kratzer in der Badezimmerdecke entdeckt, stöhnt sie leise auf: "Die Wörter Spachtel oder Schleifen möchte ich in diesem Haus nicht mehr hören", sagt die 36-Jährige. Doch für das Ehepaar steht das Ziel fest: Weihnachten im eigenen Heim. Eigentlich wollte die Familie ihre 153 Quadratmeter schon eine Woche früher beziehen, doch es gab Verzögerungen, weil das Gerüst nicht rechtzeitig abgebaut war.
Daher nehmen die Eckelts das Chaos, das nur wenige Stunden später herrscht, jetzt mit Humor. Ruth Stollenwerk verkündete die gute Nachricht: "Die Klospülung funktioniert!" Derweil bemühen sich Mike Eckelt und sein Bruder Nils, den Badezimmerschrank aufzubauen. "Das Ikea-Regal Billy ist einfacher", stellt Mike Eckelt fest. Seine Schwiegermutter hat indes Gefallen am Montieren gefunden. "Wenn wir den Klorollenhalter geschafft haben, bekommen wir das mit dem Bett auch noch hin", ist sie überzeugt.
Ihre Tochter sehnt sich inzwischen nur noch nach einem ruhigen Abend vor dem neuen Kaminofen. Doch noch muss sie sich gedulden: Der Lkw des Umzugsteams kommt im Schnee auf der noch nicht befestigten Straße nicht weg. Ein paar Schippen Sand helfen. Zwischendurch montieren die Küchenbauer die Arbeitsplatte: Sie passt! Das trifft auf den antiken Wasch-Tisch für das Gäste-WC leider nicht zu: Mike Eckelt muss zur Säge greifen.
Doch irgendwann steht alles im neuen Heim. Zwei Zimmer sind noch nicht zu betreten, aber für den heutigen Heiligabend steht schon alles bereit: Zwei Tragekisten mit Baumschmuck und das Raclette-Gerät, die Tanne wartet im Gartenschuppen. "Der Dresscode ist dieses Jahr egal, wir finden sowieso noch nichts wieder", stellt Susi Eckelt fest. Toms Geschenke bringt der Weihnachtsmann in Gestalt von Nils Eckelt. Aber für seine Eltern war am Abend zuvor schon Bescherung zwischen den Kartons: Rotwein auf dem Sofa vorm eigenen Kaminofen.

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© Bergedorfer Zeitung 2008