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Abschied vom Leuchtturmprojekt

Glinde. Ein Leuchtturmprojekt, das weit in die Region hinaus strahlt - diese Vision für das Gelände des ehemaligen Bahnhofs auf dem Depotgelände ist endgültig geplatzt. Die Eigentümerin der Fläche und des Gebäudes, die Grundstücksgesellschaft "An der Alten Wache", hat die Suche nach einem Investor beendet und wird den Bahnhof Mitte Oktober abreißen lassen.
Hauke Asmussen, Geschäftsführer der Grundstücksgesellschaft, sieht keine Chance mehr, ein tragfähiges Konzept für das Leuchtturmprojekt zu finden. "Der letzte Interessent, mit dem wir in Kontakt waren, wollte einen Hochseilgarten realisieren, in der Halle sollte es Freizeitmöglichkeiten für Kinder sowie eine Freikletterwand geben. Doch ein von uns in Auftrag gegebenes Gutachten hat gezeigt, dass die Statik der Bahnhofshalle das nicht hergibt", sagt Asmussen. Die Dachkonstruktion würde nicht einmal eine notwendige Isolierung tragen können.
Deshalb habe man sich entschlossen, die Halle abzureißen. "Wir haben einen Pauschalvertrag mit der Baufirma Sperling, die auch die anderen Gebäude auf dem Depotgelände abgerissen hat. Der läuft jetzt aus", erklärt Asmussen, warum der Bahnhof nun zügig verschwinden wird. "Sonst müssten wir draufzahlen."
Bei der Stadt weiß man schon um die neue Lage. "Wir sind darüber nicht erfreut. Es ist aber alles unternommen worden, ein Leuchtturmprojekt zu realisieren", sagt Bürgermeister Uwe Rehders. Die Grundstücksgesellschaft habe sich sehr viel Mühe gegeben, einen Investor zu finden - auch noch, nachdem die im städtebaulichen Vertrag festgeschriebene Frist im Herbst 2008 abgelaufen war. Jetzt muss die Stadt entscheiden, ob sie einen Teil des Grundstücks um den ehemaligen Depotbahnhof für eine Gemeinwesenarbeit sichern möchte. Dazu müsste sie das Gelände allerdings kaufen, und zwar zum marktüblichen Quadratmeterpreis. "Dazu steht die Grundstücksgesellschaft nach wie vor", so Rehders. Allerdings ist die Kasse der Stadt leer. Insofern ist fraglich, woher das Geld für den Kauf kommen sollte.
Auf alle Fälle für die Stadt kostenlos freigehalten wird auf dem Depotgelände hingegen eine Fläche von 3000 Quadratmetern. Sie ist für einen Multifunktionsplatz vorgesehen, der auch als Festwiese genutzt werden könnte. Dies war im städtebaulichen Vertrag zwischen Grundstücksgesellschaft und Stadt ebenfalls festgeschrieben worden.

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© Bergedorfer Zeitung 2008