Kinderschutzbund
Neues Haus soll Zuflucht für Kinder sein
Mittwoch, 11. Februar 2009 02:34
- Von Sandra Barth
Glinde. Die Entscheidung nach Südstormarn zu kommen, ist bereits gefallen. Der Kinderschutzbund, der Kinder und Familien in schwierigen Lebenssituationen unterstützt, will in Glinde aber nicht nur mit einem festen Sitz vertreten sein.
Langfristig plant er sogar ein eigenes Kinderhaus nahe der Ortsmitte aufzubauen. Die Hilfsorganisation will dafür investieren, wünscht sich aber auch Unterstützung von der Stadt.
"Wir haben in ersten Gesprächen mit dem Bürgermeister und Parteien deutlich gemacht, dass wir ein 200 bis 250 Quadratmeter großes Gebäude brauchen", berichtet Ingo Loeding, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes, Kreisverband Stormarn. Nur in dieser Größenordnung könne sich ein Betrieb finanziell rechnen. Die Kinderhäuser des Kinderschutzbundes in Ahrensburg, Bargteheide und Bad Oldesloe funktionieren bereits nach diesem Modell: Die Städte stellen der Organisation eine Immobilie zur Verfügung, dafür bietet sie Kurse und Freizeitaktivitäten für Kinder und Familien an.
Auf der heutigen Vorstandssitzung des Kinderschutzbundes solle entschieden werden, wie viel in den Standort Glinde investiert wird, berichtet Loeding. Er geht von einem fünf- bis sechsstelligen Betrag aus. Bis zu sechs Arbeitsplätze könnten in einer solchen Einrichtung entstehen.
Der Kinderschutzbund ist bereits in Südstormarn aktiv. Eine Familienhebamme ist in der Region im Einsatz. Derzeit beginnt die Ausbildung von Ehrenamtlichen für den "Betreuten Umgang". Kinder, die über einen längeren Zeitraum keinen Kontakt mehr zu einem Elternteil hatten, sollen mit ihrer Hilfe behutsam wieder zusammengeführt werden. In diesem Monat treffen sich die Freiwilligen und ihre Ausbilder im Gutshaus. "Es macht aber Sinn, das Ganze in einer eigenen Einrichtung zu bündeln", sagt Loeding. Zumal noch ein weiterer Kursus geplant ist: Mit "Starke Eltern - starke Kinder" sollen Mütter und Väter Tipps rund ums Thema Erziehung bekommen.
Der Bedarf an solchen Angeboten sei groß: "Wir wissen, dass Glinde seit jeher eine Sozialgeldhochburg für Kinder ist", sagt Loeding. Mehr als 400 Kinder leben in der Stadt dauerhaft von Hartz-IV (wir berichteten). Das ließe auf eine große Anzahl von schwierigen Lebenssituationen schließen. Der Kinderschutzbund geht davon aus, dass das Kinderhaus Südstormarn in Glinde mit seinen 13 Plätzen für Kinder in besonders schwierigen Lebenslagen diesem großen Bedarf allein nicht gerecht werden kann und schätzt, dass in der Stadt bis zu 40 Plätze benötigt werden. "Wenn wir ein gutes Gebäude finden, kann das zügig losgehen", sagt Loeding. "Dafür wünschen wir uns Unterstützung von allen Parteien." Gespräche mit der CDU hat es bereits gegeben. Sie will die Bemühungen des Kinderschutzbundes unterstützen, in Glinde Fuß zu fassen, so CDU-Fraktionschef Dr. Ralf Reck. Gespräche mit den anderen Parteien sollen folgen.
Der Kinderschutzbund in Stormarn verfügte 2008 über ein Haushaltsvolumen von 2,3 Millionen Euro. Er hat 54 Angestellte und 200 ehrenamtliche Mitarbeiter. Größter Geldgeber ist über die gesetzliche Jugendhilfe der Kreis.
"Glinde ist seit jeher eine Sozialgeldhochburg für Kinder."


Abo
Printarchiv
Leserbrief
Kontakt
RSS
Preisvergleich
Leserreisen
Versicherungscheck
Energievergleich
Immobiliensuche