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Neue Nutzer müssen ab August zahlen

Geesthacht. Das Mehrgenerationenhaus Oberstadttreff am Dialogweg 1 stellt ortsansässigen und gemeinnützig tätigen Initiativen, Vereinen, Verbänden und Gruppen kostenlos Räume zur Verfügung. Noch. Vom 1. August an wird sich das ändern.
Genau wie für private und kommerzielle Mieter wird für sie dann ein Nutzungsentgelt fällig. Das ist zwar mit 15 bis 40 Euro (je nach Raumgröße) pro Veranstaltungstermin günstiger als für andere Nutzer, gerade etwa für Selbsthilfegruppen aber viel Geld.
Elke Heyen-Dahlhaus (Grüne) zeigte sich im Ausschuss für Jugend und Soziales am Dienstagabend verärgert: "Wenn mehrere Geesthachter Bürger zusammen ehrenamtlich und freiwillig im Oberstadttreff aktiv werden und einen Raum für ihr Treffen benötigen, bleibt auch noch das finanzielle Risiko an ihnen hängen." Entsprechend äußerte sich Fred Abel, der die Selbsthilfegruppe für Suchtkranke im Oberstadttreff leitet. "Zu uns kommen pro Treffen etwa 12 bis 16 Leute, darunter auch alleinerziehende Mütter. Die haben keinen Pfennig über", weiß der 68-Jährige. Mit rund 450 Euro wird die Gruppe von der Krankenkasse unterstützt. Geld, das Abel zum Beispiel für den Druck von Flyern braucht. "Wo sollen plötzlich 720 Euro für Miete herkommen?" Eine Frage, auf die Abel keine Antwort wissen muss. Denn weil er bereits Mieter im Oberstadttreff ist, genießt er Bestandsschutz. All jene, die im August neu hinzukommen, müssen zahlen. Private und kommerzielle Nutzer übrigens auch 20 Prozent mehr als zuvor. So kostet ein kleiner Gruppenraum für einen Privatmieter jetzt 30, für einen kommerziellen 35 Euro.
Thomas Vagedes, Leiter des Oberstadttreffs, kann die Kritik an der neuen Entgeltordnung nicht verstehen: "Wir haben als Institution bei der Haushaltsklausurtagung mit Kürzungen zu rechnen. Mit der Änderung der Entgeltordnung wollen wir unseren Beitrag leisten und Einnahmen generieren, da uns bei den Ausgaben kein Spielraum für Kürzungen bleibt." Jetzt gelte es, die Resonanz abzuwarten: "Wenn wir wirklich merken, dass Gruppen kommen und sagen, das können wir nicht bezahlen, müssen wir über Kriterien für Ermäßigungen nachdenken", sagt Vagedes. Der Sozialausschuss hat die Entgeltordnung mit einer Gegenstimme beschlossen und für nächstes Jahr einen Resonanzbericht angefordert. Der Oberstadttreff wird von der Stadt jährlich mit 146 000 Euro bezuschusst und erhält für einzelne Projekte Bundesfördermittel.

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