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Ökoprojekt bremst Firmenwachstum

Geesthacht. 94 Menschen arbeiten bei der Firma KRD-Sicherheitstechnik an der Vierlander Straße. Chefin Korinna Brammer will diese Jobs langfristig sichern und weiter expandieren - doch wegen der drohenden Vernässung der Borghorster Elbwiesen direkt nebenan zögert sie.
Das erklärte die Unternehmerin gestern beim Firmenbesuch von Hauptgeschäftsführer Bernd Rohwer von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lübeck.
"Mir fehlt die Planungssicherheit, um die Firma richtig wachsen zu lassen", so Brammer. Denn wenn Hamburg wie geplant den Leitdeich als Öko-Ausgleich für die Airbus-Werkserweiterung öffnen darf, wird in Geesthacht ein Anstieg des Grundwassers befürchtet. Folge: Die Räume von KRD könnten überschwemmt werden. 1993, als die Firma nach Geesthacht zog, hatte die Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft des Kreises (WFL) das Grundstück im Auftrag der Stadt verkauft. "Wenn man damals gesagt hat, hier soll Gewerbe angesiedelt werden, und heute sieht man das anders, dann muss man uns einen Umzug ermöglichen", sagt die Chefin.
Die WFL hat im Gewerbegebiet-Nord ein Grundstück für KRD reserviert. Doch zwei Immobilien kann die Firma nicht finanzieren. "Wir sind ein klassischer Familienbetrieb", sagt Korinna Brammer, deren Eltern KRD gegründet und aufgebaut haben. Zunächst bräuchte sie einen Nutzer für das bestehende Objekt, dann könnte sie neu bauen und umziehen. Rohwer und Lars Schönung, der Bereichsleiter für Unternehmensförderungen bei der IHK, sagten ihr gestern Unterstützung zu. Vielleicht sei der Plan der Stadt, in Höhe von KRD am Schleusenkanal einen Umschlagplatz zu bauen, die Lösung. Die KRD-Hallen könnte ein Logistiker nutzen.
KRD ist in Deutschland Marktführer bei Sicherheitsverglasungen und weiter auf Wachstumskurs. "Wir müssten dringend investieren", sagt Korinna Brammer. Außer Mannschaftswagen der Polizei werden auch Sportwagen von Lamborghini, Bugatti und Porsche sowie Forstmaschinen mit bruchsicheren Spezialscheiben aus beschichtetem Polycarbonat von KRD ausgestattet. Zurzeit werden gerade schusssichere Kunststoffscheiben entwickelt, etwa für Visiere an den Schutzhelmen von Beamten der Spezialeinsatzkommandos der Polizei.
* Zum 1. August würde KRD gerne Azubis einstellen. Geboten wird eine Ausbildung zum Verfahrenstechniker. "Wir suchen händeringend Bewerber", sagt Betriebsleiter Bernhard Bitsch. Bewerber sollen handwerklich geschickt sein und gutes Wissen in Naturwissenschaften haben.

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