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Sitzen bleiben ausgeschlossen

Geesthacht. Mündlich hat das Bildungsministerium bereits zugesagt, hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Zum Schuljahreswechsel im Sommer soll in der Oberstadt Geesthachts erste gebundene Ganztagsschule ihre ersten Schüler aufnehmen.
Jahrelang hatte sich die Stadt für diese besondere Schulform eingesetzt, doch alle Anträge wurden abgelehnt. "Weil andere Bewerber ausgeschieden sind, konnten wir nun nachrücken", sagt Klaus-Dieter Krüger, Leiter der Realschule.
Für die Oberstadtschule und die Realschule bedeutet die gute Nachricht aus Kiel erstmal einen Berg Arbeit: Bis zum August sollen die beiden Schulen zu einer Gemeinschaftsschule mit 1100 Schülern fusionieren - unter dem gemeinsamen Motto "Miteinander lernen, miteinander leben". Für die Pädagogen Neuland: "Der Unterricht wird aufgelockert", beschreibt Gudrun Behrend aus dem Planungsteam eine wesentliche Veränderung des Schulalltags. Statt Unterricht von der ersten bis zur sechsten Stunde stehen für die Schüler künftig wechselnde Blöcke auf dem Stundenplan. "Intensives geistiges Lernen wechselt sich ab mit Projektarbeit und Bewegungsunterricht", sagt Behrend.
So sollen sich die Kinder im Projektunterricht Schlüsselkompetenzen wie Teamfähigkeit und Verantwortungsbereitschaft erarbeiten. Die Gesamtzahl der Unterrichtsstunden bleibt trotz Nachmittagsunterricht bei 30. Durch externe Kooperationspartner wird der Schulalltag allerdings erweitert. Zudem gibt es eine Mittagspause mit Essensangebot. "Für die Eltern ist das mit 2,50 Euro pro Mahlzeit der einzige Kostenpunkt", sagt Behrend. Jedoch können die Schüler alternativ auch ihr eigenes Essen mit in die Schule bringen. Entlastet werden die Familien durch eine Eigenlernzeit, in der die Hausaufgaben in der Schule erledigt werden sollen.
"Ganz viele Schüler bekommen nun die Möglichkeit, durch bessere Förderung zu dem für sie idealen Schulabschluss zu kommen", sagt Anke Schmidt, Leiterin der Oberstadtschule. Sitzen bleiben ist ab sofort ausgeschlossen.
Meist verlassen die Schüler die Gemeinschaftsschule nach zehn Jahren mit der mittleren Reife. Stimmen die Vorraussetzungen, können die Schüler an einer Gemeinschaftsschule mit Oberstufe drei Jahre dranhängen und so das Abitur erreichen - dafür müssen sie jedoch wechseln: "Eine Oberstufe ist an unserer Schule nicht geplant, das geben die Schülerzahlen in Geesthacht nicht her", sagt Angelika Holdeigel aus der Steuergruppe für die Schulfusion.
Angeboten wird die gebundene Ganztagsschule ab dem kommenden Schuljahr für die fünfte Klasse, danach wächst die Schule Jahr für Jahr um eine Klassenstufe, nur die Grundschule bleibt vom Nachmittagsangebot ausgeschlossen. "Wir rechnen damit, dass die Anmeldungen für eine Sechszügigkeit reichen", so Behrend. Damit wären zum Start der neuen Schulform rund 150 Schüler an Bord.
Was fehlt, ist ein Name. Vorerst nennt sich das Schulzentrum noch Grund- und Gemeinschaftsschule in der Oberstadt. "Im Projektunterricht sollen die Schüler dann selbst einen Namen finden. So schaffen die Kinder ihre eigene Schule, mit der sie sich identifizieren", sagt Schmidt.
Die Anmeldung für die fünften Klassen beginnt am 15. März. Die neue Schule stellt sich am Freitag, 19. Februar, den Schülern und Eltern vor. Von 16.30 bis 17.45 Uhr können die Räume am Dösselbuschberg und am Schulweg besichtigt werden. Um 18 Uhr startet ein Informationsabend im Forum des Realschulgebäudes.

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