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Ein Sperrwerk für die Borghorster Elbwiesen

Geesthacht (tja). Die Hamburger Projekt-Realisierungsgesellschaft (ReGe) hat ihre Hausaufgaben gemacht. Nach massivem Widerstand der Menschen aus dem Gewerbegebiet an der Vierlander Straße sowie den Wohnstraßen in der Hans-Meyer-Siedlung, in Escheburg und Vossmoor gegen die Pläne der freien Tidebeeinflussung der Borghorster Elbwiesen, soll das Projekt jetzt mit geringeren Ausmaßen und Folgeerscheinungen realisiert werden.
"Wir haben aus früheren Veranstaltungen viele Informationen mitgenommen, was zu prüfen war. Das haben wir getan und mit neuen Maßnahmen darauf reagiert", sagt Projektleiter Rolf Semrok.
Während es vor einer Woche bei der Vorstellung des überarbeiteten Projekts in Altengamme zu Tumulten kam, verlief die Präsentation in Geesthacht diesmal harmonisch.
Eineinhalb Stunden lang stellten Semrok und verschiedene Experten im Rathaus vor, was an den Borghorster Elbwiesen als ökologischer Ausgleich zur Teilzuschüttung des Mühlenberger Loches in Hamburg (Erweiterung des Airbus-Werksgeländes) realisiert werden soll. Statt das 70 Hektar große Areal durch eine offene Bresche im Schleusendamm ungeschützt Überschwemmungen preiszugeben, sollen nun ein Sperr- und ein Schöpfwerk den Wasserstand regulieren.
"Es gibt nichts mehr, was wir im Planungsgebiet nicht kennen", versicherte Semrok den 40 Interessierten.
Wissenschaftler hatten sogar den Grundwasserfluss und den Verlauf des Grundwassers in Abhängigkeit zum Wasserstand der Elbe berechnet. Ergebnis: Für die angrenzenden Gebiete verschlechterte sich die Situation durch die ökologische Ausgleichsmaßnahme nicht. Im Gegenteil, so Semrok. Durch eine geplante Dränage kann das Grundwasser abgesenkt werden, wenn es bei Sturmflut oder Hochwasser zu sehr steigt.
Dank des geplanten Sperrwerks soll der Wasserzufluss in die Borghorster Elbwiesen blockiert werden, wenn das Wasser höher als 4,50 Meter steigt. Aus dem Schutzgebiet können maximal 600 Liter pro Sekunde durch das Schöpfwerk abgepumpt werden. So soll verhindert werden, dass das Wasser auf den Borghorster Elbwiesen übermäßig hoch ansteigen kann.
Ein neuer Deich soll das Geesthachter Gewerbegebiet schützen, die Straße "Horster Damm" auf den Schleusenleitdamm verlegt werden. Das Sperrwerk könnte - anders als bei der früheren Planung - das Areal auch bei einer Schiffshavarie vor auslaufendem Öl schützen.
Nach Berechnungen der Geologen hätte das Elbwasser aufgrund seines Wasserstands von 1998 bis 2007 16 Mal eine Schließung des Sperrwerks erfordert.15 Mal wären die geplanten neuen Wattflächen geflutet worden. Diese Wattflächen im Bereich des Teiches im Altengammer Deichvorland sind wichtig, um Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen zu schützen.
"Wir haben unheimlich viele Daten verarbeitet und sind überzeugt, mit diesem Entwurf das Planfeststellungsverfahren beantragen zu können", sagt Semrok. Vorher soll der Entwurf bei der Kieler Landesregierung geprüft werden. Der Projektleiter rechnet mit einem möglichen Baubeginn im zweiten Halbjahr 2011. Die Bauzeit würde zwei Jahre betragen, so Semrok.
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