Vortrag
BI Leukämie stellt neue Meta-Analyse vor
Dienstag, 15. September 2009 04:00
Marschacht (kl). Die Bürgerinitiative gegen Leukämie lädt für Sonnabend, 19. September, zu einem Infoabend über "Leukämien im Kindes- und Jugendalter im Umkreis von Kernkraftwerken" ein.
Referent ist der emeritierte Professor und langjährige Direktor des Bremer Krebsregisters, Prof. Dr. Eberhard Greiser. 2007 hatte er die KiKK-Studie veröffentlicht, nach der es in der Umgebung von Atomkraftwerken Häufungen von Leukämieerkrankungen bei Kindern gibt. Ein Beweis, dass diese von den Atomreaktoren verursacht werden, blieb jedoch aus.
In Marschacht stellt Greiser seine neuesten Meta-Analysen vor, die sich auf Studien aus fünf Ländern stützen. Für Meta-Analysen werden die Ergebnisse vorhandener Studien gemeinsam interpretiert. Greiser hat Daten von 80 Atommeilern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada und den USA ausgewertet. Ergebnis: In der Umgebung von Kernkraftwerken haben Säuglinge und Kleinkinder unter fünf Jahren ein um 19 Prozent erhöhtes Risiko, an Leukämie zu erkranken, Kinder unter 15 Jahren ein um 13 Prozent erhöhtes Risiko. Allerdings ließen die Datenmengen zum Teil eine Aussagekraft vermissen, und die Erhebungsradien waren verschieden - 25 Kilometer in Großbritannien, 40 in Deutschland, während in Frankreich ein 40 mal 40 Kilometer großes Quadrat zugrunde gelegt wurde. Greiser räumte denn auch bei der Vorstellung der Analyse Anfang September ein, dass es nach wie vor keinen Kausalbeweis dafür gebe, dass die Leukämie-Erkrankungen durch Atomkraftwerke verursacht worden seien.
"Die Ergebnisse, die Prof. Greiser vorstellen wird, sind sehr beunruhigend", sagt Sabine Brosowski, stellvertretende Vorsitzende der Bürgerinitiative. Der Informations- und Diskussionsabend beginnt um 20 Uhr im Gemeindesaal der St.-Petri-Gemeinde Marschacht, Elbuferstraße 100.


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