Schulen
Bertha von Suttner soll Namensgeberin werden
Mittwoch, 1. Februar 2012 04:00
- Von Kim Nadine Meyer
Geesthacht. Im August 2010 fiel in der Oberstadt der Startschuss für die erste gebundene Ganztagsschule Geesthachts. Eine große Chance, aber auch ein wahnsinniger Kraftakt für Schulleitung, Lehrer, Eltern und 1100 Schüler.
Denn seit eineinhalb Jahren wachsen die auslaufende Realschule am Dösselbuschberg sowie die Grund- und Hauptschule am Schulweg zur neuen Gemeinschaftsschule mit offenem und gebundenem Ganztag zusammen. Damit die Neuerung in Zukunft auch nach außen deutlich wird, haben sich Eltern, Lehrer und Schüler bei der jüngsten Schulkonferenz auf einen Namen für ihre neue Schule geeinigt: Bertha-von-Suttner-Schule soll sie heißen.
"Ich freue mich über die Namenswahl", sagt Schulleiter René Imort. "Bertha von Suttner war die erste weibliche Friedensnobelpreisträgerin. Sie steht damit für einen moralischen Anspruch, anders als etwa ein Name wie Albert Einstein, der eher einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt gesetzt hätte." Außerdem stehe der Name für die Freundschaft mit der Alfred-Nobel-Schule am Neuen Krug. Denn Bertha von Suttner (1843-1914) und Nobel (1833-1896) standen in regem Kontakt. Jetzt muss der Namenswunsch noch von Stadt und Land abgesegnet werden. "Ich hoffe, dass wir die Genehmigung im nächsten Schuljahr bekommen", so Imort.
Doch nicht nur die Namensfindung geht voran. Seit Beginn des Jahres können beide Schulteile - dank eines neu gelegten Glasfaserkabels - auf ein gemeinsames Netzwerk zugreifen. Das vereinfacht die Verwaltung der Schülerdaten, die Koordination von Vertretungsstunden oder auch das Planen von Stundenplänen. Auch die Schüler haben mit einem sogenannten Logbuch eine eigene Kommunikationsplattform bekommen, die Hausaufgaben- und Mitteilungsheft ersetzt. Die etwa 80 Lehrer der Schule sind bereits übergreifend in den verschiedenen Schulformen tätig. Der demografische Wandel wird die Schule in den kommenden Jahren hart treffen, prognostiziert Imort. Etwa 50 Prozent des Kollegiums scheiden altersbedingt aus. Und da in Deutschland insgesamt 40 000 Lehrer fehlen, wird der Kampf ums Personal hart. Doch gemeinsam haben Eltern, Schüler und Lehrer spannende Modelle entwickelt, um auf Ausfälle zu reagieren. Fehlt bei einer jüngeren Klasse ein Lehrer, werden sie von einer älteren unter die Fittiche genommen und betreut. "Zum Glück haben wir viele flexible und engagierte Lehrer", so Imort. Die Kollegen seien bereit, sich auf neue Fächer und Themen einzulassen. Auch die Eltern werden aktiv mit eingebunden. Elternvertreter Elof Albrecht weiß: "Dass es kein Geld für Lehrer gibt, ist politisch gemacht. Dafür kann die Schule nichts." Die Elternschaft habe sich vor zwei Jahren sehr eindeutig für die Ganztagsschule entschieden, stehe hinter dem Konzept.
Kurzfristig steht auf der Agenda von René Imort nun die Raumplanung. Die Hauptschüler sind aus ihrem Einzelgebäude heraus zu den Realschülern gezogen. Die Mensa muss erweitert werden und die Sporthalle reicht für den Ganztag kaum aus. Auch der Schulhof soll neu gestaltet werden. Aber der junge Schulleiter ist sich sicher: "Wir sind auf einem sehr guten Weg."


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