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Tibetische Fahnen und Meditationsei

Geesthacht. Am Freitag, 24. Juni, beginnt der "Kultursommer am Kanal" mit mehr als 80 Konzerten, Ausstellungen, Theateraufführungen und Festen in mehr als 30 Orten des Kreises. Auch Geesthacht ist dabei.
Zum Beispiel mit "Andere Orte auch". So heißt eine Open-Air-Ausstellung mit Fotografien, die am Wochenende 25./26. Juni am Geesthang "erwandert" werden kann. Jochen Meder, Mitbegründer des Förderkreises Industriemuseum, zeigt hier verschiedene Aufnahmen, die im Jahr 2002 auf einer Reise zu den Ruinen der Nitrozellulosefabrik in Landsberg am Lech entstanden.
Die Dynamit Actien Gesellschaft hatte die Fabrik 1939 im Frauenwald zwischen Landsberg und Kaufering errichtet. 650 Arbeitskräfte sollten dort damals 500 Tonnen Nitrozellulose pro Monat produzieren. Die Nitrozellulose sollte dann in Kaufbeuren zu Geschützmunition weiterverarbeitet werden. Doch die Fabrik blieb ohne Maschinen und wurde niemals in Betrieb genommen. Jochen Meders Fotos der Ruinen werden am Wanderweg zum Krümmeler Wasserturm (Zugang Elbuferstraße 80, rechts neben dem Kernkraftwerk) aufgehängt. Besucher können sie an beiden Tagen von 11 bis 17 Uhr ansehen. Außerdem informiert der Förderkreis Industriemuseum vor dem Wasserturm über seine Arbeit.
Auch im Glasgang des Johanniter-Krankenhauses sind Fotos zu sehen. Der Psychologe und Landschaftskünstler Christian Elster, der in der Psychiatrie des Krankenhauses arbeitet, zeigt hier seine Aufnahmen zu den Themen "Orte der Stille", "Andacht" und "Entwicklung". Die ausgestellten Fotografien zeigen unter anderem den Tibetischen Fahnenweg, eine Installation des Vereins "Akron", die vom Juni bis zum 24. Juli im Glüsinger Grund in Schnakenbek zu sehen ist. Außerdem sind Fotos vom Kunstobjekt "Das Wandernde Ei" zu sehen, das Christian Elster und "Akron" auch schon in Norwegen und an der Nordsee in einen Dialog mit der Landschaft treten ließen. Das mannshohe weiße Behältnis birgt ein Geheimnis: eine Meditationszelle, in der zwei Menschen Platz finden, die dort Kraft schöpfen können.
Elsters Ausstellung wird am Sonntag, 26. Juni, um 16 Uhr eröffnet und kann von Kunstinteressierten und Neugierigen bis zum Montag, 24. Juli, täglich von 9 bis 16 Uhr im Glasgang des Krankenhauses, Am Runden Berge 3, besichtigt werden.
Weitere Geesthachter Veranstaltungen im Kultursommer: Am Sonntag, 10. Juli, gibt es improvisierte Musik mit "nu ART trio" (18 Uhr, Gemeindezentrum Neuer Krug, zwölf Euro). Am Donnerstag, 21. Juli, können Interessierte "Eine Begegnung im Park" mit Lesung der Geschichte von Herbert Rosendorfer und Flöte solo (19.30 Uhr, Försterei Grünhof, zehn Euro) erleben. Karten für beide Veranstaltungen gibt es an der Abendkasse, Vorbestellung unter kuso2011@rzkultur.de .

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© Bergedorfer Zeitung 2008