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Laserzentrum wächst in die Höhe

Bergedorf (stri). Hoch ragen am Schleusengraben Kräne in den Himmel: Der Bau des Laser Zentrums Nord (LZN) geht zügig voran.
Noch dieses Jahr sollen die letzten Betonarbeiten für das große Hallenensemble fertig werden. Dann können Stahl- und Trockenbau beginnen - mit zusätzlichen Heizgeräten für die Handwerker.
Das 4500 Quadratmeter große Forschungszentrum für modernste, dreidimensionale Lasertechnik soll in neun Monaten, im September 2011, mit 35 Mitarbeitern eröffnet werden. Die Körber AG investiert zwei Millionen Euro, weitere Firmen beteiligen sich mit Geld und Maschinen im Gesamtwert von sechs Millionen, hinzu kommen 13 Millionen Euro aus Fördertöpfen.
"Die Konjunkturmittel machen uns Sorgen. Da deutschlandweit alle Bestellungen bis Jahresende getätigt sein müssen, kommt es zu Engpässen", sagt LZN-Geschäftsführer Prof. Claus Emmelmann von der Technischen Universität Harburg. EU-weite Ausschreibungen waren nicht immer erfolgreich: "Brandschutzmaßnamen wurden plötzlich viel teurer. Manche Angebote, etwa für Hallentore, gab es erst gar nicht." Dadurch seien die Kosten inzwischen um eine halbe Million Euro gestiegen.
Diese Summe soll an anderer Stelle eingespart werden: "Wir werden die Hallen mit gebrauchten Maschinen bestücken, auf andere ganz verzichten oder Abstriche im Leistungsspektrum machen", erläutert Emmelmann und betont: "Mehr Einsparungen wären kritisch, aber noch ist die Grundstimmung positiv."
Airbus, Blohm und Voss, die Hauni und Firmen außerhalb Hamburgs sehen den LZN-Projekten mit Interesse entgegen: So sollen am Schleusengraben leichte und zugleich extrem stabile Implantate konstruiert werden, etwa Hüft-Endoprothesen. Auch kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe (CFK) können hier für Flugzeuge und Autoindustrie bearbeitet werden. Eine Kooperation für möglichst leichte Elektrofahrzeuge sei bereits angebahnt.
Die größte Halle am Schleusengraben wird 80 Meter lang und ist einem zwölf Millionen Euro teuren Projekt vorbehalten: "Das weltweit einzigartige Schiffbau-Portal soll ermöglichen, ganze Abschnitte mit Laser zu schweißen. Damit könnte sich der Materialeinsatz erheblich verringern, brauchten Schiffbauer etwa statt zwölf Millimeter bald kaum noch fünf Millimeter dicke Stahlbleche", erläutert Prof. Emmelmann. Die Vorteile sind vielfältig: "Die Schiffe würden leichter und günstiger. Und dann verbrauchen sie auch weniger Treibstoff."

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© Bergedorfer Zeitung 2008