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Vertragspoker um Neue Mitte

Bergedorf. Fundus reagiert auf Gerüchte um angebliche finanzielle Probleme und auf Klagen von Bürgern und Politikern über den Stillstand auf dem alten ZOB ("Funkstille um die Bummelbaustelle", 8. Januar 2009). Er spiele nicht auf Zeit, sagt Fundus-Geschäftsführer Helmut Jagdfeld. Es sei an Hamburg und den VHH, die nächsten Schritte zu tun.
Investor macht die Stadt verantwortlich für Verzögerungen. Und setzt zugleich darauf, einen Hauptstreitpunkt ausklammern zu können.
Dass derzeit die Arbeiten auf altem ZOB und am Fußgängertunnel unter der B 5 entlang des Schleusengrabens ruhen, dafür seien das Winterwetter und fehlende Unterschriften verantwortlich. Die Tunnelarbeiten sollen Anfang Februar wieder aufgenommen werden, nachdem eine Gas-Leitung verlegt ist. Für den alten ZOB ist die Terminierung schwieriger: "Selbst wenn der Boden nicht gefroren wäre, wir sind noch nicht Eigentümer, dürfen die Baugrube fürs neue CCB noch gar nicht ausheben", sagt Jagdfeld. Zwar habe Fundus bereits vor zwei Jahren die geforderte Millionen-Bürgschaft für den Flächenerwerb beigebracht, "der Kauf ist noch nicht vollzogen, dazu fehlt Hamburgs Unterschrift unter dem von uns überarbeiteten Vertragstext."
Ob und wann Hamburg den unterschreibt, lässt sich nicht zweifelsfrei sagen. Hansestadt und Investor konnten sich bislang nicht einigen, ob Fundus seine gegenüber der Stadt eingegangenen Verpflichtungen auf die Commerz Real Estate übertragen muss. CRE übernimmt die Bauten als Käufer erst nach Fertigstellung von Fundus. Jetzt hat das Unternehmen die entsprechende Passage im Vertragswerk gestrichen. "Wir lassen ein Rechtsgutachten dazu erstellen", betont Jagdfeld. Er setze aber darauf, dass die Frage später geklärt werde: "Sonst wird die Neue Mitte nicht vor 2036 fertig." Bergedorf dagegen möchte alle Sicherheiten, dass das Projekt auf jeden Fall zu Ende gebracht wird - von Fundus oder CRE.
Das Fachmarktzentrum sei verkauft, der Kaufpreis beglichen, widerspricht Jagdfeld Gerüchten, Fundus lasse sich Zeit, solange in seiner Kasse ein zweistelliges Millionenloch klaffe, weil CRE noch Nachbesserungen einfordere.
Beim Poker um die Zufahrt zur geplanten Tiefgarage unterm neuen CCB geht es dagegen nur um eine sechsstellige Summe. Die VHH müssen im Parkhaus unterm neuen ZOB für Fundus eine Zufahrtsrampe bauen - über den Preis dafür gehen die Vorstellungen jedoch weit auseinander. Bergedorfs Politik drängt auf raschen Baubeginn, ob mit oder ohne Rampe, will zumindest den neuen ZOB Ende 2009 eröffnen.
Derweil beklagt Jagdfeld fehlende Klarheit zu den beiden Büroetagen, die über der CCB-Erweitertung für das Bezirksamts entstehen sollen: "Ich soll den Bau beginnen, ohne dass nach jahrelangen Verhandlungen die Mietverträge unterschrieben wären."

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© Bergedorfer Zeitung 2008