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Körber-Konzern investiert Millionen Euro in die Zukunft

Bergedorf (he). Der Körbervorstand zeigt sich selbstbewusst: "Über unsere Umsatzrendite von 5,9 Prozent im Krisenjahr 2009 wären viele deutsche Maschinenbauunternehmen schon in normalen Jahren begeistert", sagte Vorstandschef Richard Bauer gestern während der Bilanzpressekonferenz.
Die Zahlen, die Finanzvorstand Detlev Terboven präsentierte, sind bemerkenswert. Trotz eines Umsatzrückgangs von acht Prozent (auf 1,6 Mrd. Euro) und Halbierung des Gewinns auf 72 Millionen Euro konnte der Körber-Konzern seine jeher herausragende Eigenkapitalquote noch von 56 auf 58 Prozent steigern.
"Mit einer Liquidität von 549 Millionen Euro ist unsere Kasse gut gefüllt", betont Terboven. Die Körber AG ist nicht auf Banken angewiesen, um auch große Vorhaben anzugehen, etwa weitere Firmen hinzuzukaufen, Sparten neu zu strukturieren oder Produktionsstätten zu verlagern.
Dies ist im kleineren Rahmen geplant, wie Bauer erläuterte. Die Werkzeugmaschinensparte werde den Standort Stuttgart aufgeben, Nockenwellenschleifen und Einspritztechnik am Standort Leipzig konzentrieren. 40 der 100 in Stuttgart beschäftigten Mitarbeiter werde der Wechsel nach Leipzig angeboten.
Viel Geld fließt weiterhin in Forschung und Entwicklung. 85 Millionen Euro, 5,3 Prozent des Umsatzes, steckten die Körber-Unternehmen 2009 in Zukunftsprojekte. Bauer verfolgt klare Ziele: "Wo wir die Führung verloren haben, wollen wir wieder die Nummer eins werden. Wo wir technisch an der Spitzen stehen, wollen wir den Vorsprung ausbauen."
Neuentwicklungen sollen die Spitzenposition der Hauni festigen: Als Ergänzung zur Hochgeschwindigkeitszigarettenfertigung mit bis zu 20 000 Stück in der Minute bietet Hauni jetzt eine Zweistrangmaschine für die schonende Fertigung moderner Filter. Der Forderung nach besonders leistungsfähigen Filtern kommt Hauni mit der Tumalin nach. Dank neuer Herstellungstechnik können besonders große Mengen Aktivkohle zugefügt werden, um die Wirkung zu verbessern. Mit dem Kauf der französischen Firma Sodim Anfang 2010 stärkt Hauni zudem sein Know-how in der Mess- und Analysetechnik.
Mit zwei Millionen Euro beteiligt sich die Körber AG am Laserzentrum Nord in Bergedorf. Es soll, wie berichtet, bis Herbst 2011 am Schleusengraben in Kooperation mit der TU Harburg errichtet werden. Die Nähe zur Hauni und die Körberwurzeln in Bergedorf sind nur zwei Gründe, dass sich der Konzern hier stark engagiert. "Lasertechnik wird für uns in allen Sparten ein immer wichtigeres Thema", betont Bauer. Hauni setzt Laser bereits in der Filterproduktion ein. Was dort entwickelt wurde, könne auch für die Papierverarbeitung Bedeutung gewinnen. Und im Werkzeugmaschinenbau stehe die Oberflächenbearbeitung, besonders aber der Aufbau von Fertigungsteilen mittels Laser, erst am Anfang.
Mit dem Projekt MediFalter beschreitet die Sparte MediPak neue Wege. Individuell für jeden Patienten bestückte Medikamentenboxen sollen chronisch Kranken helfen, zu jeder Zeit die richtige Pille zu nehmen. Bauer: "Auf dem Weg vom reinen Maschinenbauer zum Dienstleister haben wir schon ein gutes Stück Weg zurückgelegt."
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