Jahresrückblick
Bagger schaffen Platz für Neue Mitte
Montag, 29. Dezember 2008 02:31
Die Arbeiten haben kaum begonnen, schon ist das Vorhaben ein Jahr hinter dem Zeitplan zurück.
29. Februar:
Als erster Mieter im neuen Fachmarktzentrum eröffnet Elektronik-Riese Saturn. Kurz vor sechs Uhr stürmen 2000 Kunden auf der Jagd nach den Eröffnungsangeboten das Haus. Obwohl geschätzte 50 000 kommen, verläuft der Tag bis 22 Uhr ohne große Zwischenfälle.
6. März:
Um 7 Uhr öffnen Kaufland, Budnikowski und Sport ABC und machen damit das Fachmarktzentrum komplett. 20 000 Kunden werden am ersten Tag gezählt.
18. März:
Der Sander Markt, beliebte Parkfläche hinter der Alten Holstenstraße in Lohbrügge wird zum Bus-Warteplatz. Er bleibt für etwa eineinhalb Jahre zur Hälfte gesperrt.
1. April
: Die B 5 wird Höhe ZOB zum Nadelöhr. Die Straßenarbeiten sollten bis Jahresende abgeschlossen sein.
5. April:
Bergedorfs ZOB zieht um. Um 3.53 Uhr verlässt der letzte Bus das Areal. Anschließend läuft der Verkehr über Umleitungen. Das bedeutet allein für die Alte Holstenstraße zwischen Weidenbaumsweg und Sachsentor täglich 800 Busfahrten. 32 000 Fahrgäste weichen auf Ersatzhaltestellen unter der Eisenbahnbrücke und auf der Lohbrügger Bahnhofsseite (Johann-Meyer-Straße) aus. Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) bieten den Fahrgästen Informationen und notfalls auch tatkräftige Hilfe.
16. April:
Der Abriss des alten ZOB beginnt. Helmut Jagdfeld, Geschäftsführer des CCB-Betreibers Fundus, kündigt, "zügige Arbeiten" an: Die Baugrube für die CCB-Erweiterung solle rasch ausgehoben werden.
16. Mai:
Bei der Sanierung des rund 40 Jahre alten CCB-Wohnturms wird Asbest gefunden. Die Arbeiten werden unterbrochen. Fundus sagt, für Mieter bestehe keine Gefahr.
3. Juni:
Der Bunker unterm alten ZOB wird abgerissen. Der 1940/41 errichtete Röhrenbunker war während des Kalten Krieges zum ABC-Schutzraum für 177 Menschen umgerüstet worden. Er hatte sich 2007 zum Besucher-Magneten entwickelt. Mit dem Verein "unter hamburg" traten Hunderte eine unterirdische Zeitreise an.
11. Juni:
Verzögerungen für die CCB-Erweiterung. Investor muss Fundus einräumen, dass die geplante Eröffnung (Herbst 2009) nicht zu halten ist: Als neuer Termin gilt März 2010.
17. Juni:
Geschäftsleute schlagen Alarm: Die Großbaustelle auf dem ZOB und Umleitungen lassen die Umsätze im Umfeld dramatisch bröckeln.
28. Juni:
Nach knapp 35 Jahren schließt das CCB-Parkhaus um 19 Uhr für immer. Der Abriss wird für August angekündigt. Tatsächlich beginnt er erst mit einem Vierteljahr Verspätung.
1. Juli:
Erster "bz"-Bericht über ein Ärgernis: Fahrgästen stockt der Atem, seit die Toiletten im Bahnhof wegen des bevorstehenden Abrisses geschlossen sind. Weder Bezirk noch Bahn oderVHH fühlen sich zuständig, eine Nottoilette aufzustellen. Angeblich soll die 75 000 Euro kosten. Hinter den gelben Service-Containern an der Johann-Meyer-Straße entwickelt sich eine wilde "öffentliche" Notdurft- und Müllecke.
23. Juli:
Gerüchte über Zahlungsengpässe bei Fundus: Tatsächlich ist die Neue Mitte einschließlich Fachmarktzentrum an die Allianz-Tochter Commerz Real Estate verkauft. Hinter den Kulissen beginnt ein Tauziehen zwischen Fundus und der Stadt um Genehmigungen und verschiedene Zusagen. Ergebnis: eine "Bummel-Baustelle" über Monate.
1. Oktober:
Fundus kündigt an, den Baustopp auf dem alten ZOB zu beenden. Letzte Verträge mit Hamburg seien unterzeichnet. Der Fertigstellungstermin wird um weitere sechs Monate auf Ende 2010 verschoben. Die Sanierung des CCB-Turms und seine Verkleidung mit einer Glasfassade soll im April 2009 abgeschlossen sein.
20. Oktober:
Der Abriss des CCB-Parkhauses beginnt. Bis Ende November wird der sieben Stockwerke hohe Stahlbeton-Bau abgetragen.
30. Oktober:
Eine Ampel erhitzt die Gemüter. Sie soll Fußgänger zwischen CCB und Fachmarktzentrum über die B 5 führen, ihre Kosten von knapp 30 000 Euro Fundus zahlen. Als sich der Betrag plötzlich verdoppelt, platzt dem Fundus-Chef der Kragen. Helmut Jagdfeld stoppt das Projekt. Drei Wochen später lenkt die Stadt ein: Es bleibt bei 30 000 Euro.
28./29. November:
Ein 400-Tonnen-Kran hebt die demontierten Teile der alten Fußgängerbrücke zwischen CCB und Parkhaus unter den Augen vieler Schaulustiger aus dem Brückenlager, legt sie an Land.
7. Dezember:
Von heute an ist der Bergedorfer Bahnhofsausgang dicht. Wegen der Abrissarbeiten am alten Fußgängertunnel müssen die Fahrgäste bis ins neue Jahr auf den Lohbrügger Zugang ausweichen.
Bergedorfer Zeitung Online
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