Stadtentwicklung
Schleusengärten mit Beach-Club und Lasershow
Dienstag, 19. Januar 2010 04:00
Bergedorf (he). Zum Thema Schleusengraben ziehen Bezirksamt und Politik - über alle Parteigrenzen hinweg - an einem Strang. Der Stadtplanungsausschuss hat der Verwaltung grünes Licht gegeben, am Konzept Schleusengärten festzuhalten und das Projekt mit einem Masterplan voranzutreiben.
Zudem stehen 35 000 Euro für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bereit. Ein Fragezeichen steht jedoch über einer der drei gewünschten Facetten, neben Gewerbe und Naherholung auch Wohnbebauung: Eine aktuelle Lärm-untersuchung für das Areal zwischen Nettelnburg und Speckenweg mahnt zur Vorsicht.
"Bislang liegen uns erst Zwischenergebnisse vor, die Analyse umfasst einen großen Bereich bis Curslack", erläutert Klaus Wittmann, Abteilungsleiter Bebauungsplanung im Bezirksamt. Dabei geht es keineswegs ausschließlich um die A 25: "Die Emissionen werden getrennt untersucht, Verkehrs- wie auch der Gewerbelärm."
Lärmstärke wie auch -Richtung könnten zum Problem werden, auch wenn auf der Ostseite - zwischen Schleusengraben und Curslacker Neuer Deich - kein Wohnraum entsteht. Wittmann: "Der B-Plan Bergedorf 100 sieht für das Westufer Wohnbebauung vor. Das müssen wir für die Überplanung des Ostufer berücksichtigen": Störendes Gewerbe in Hör- und Sichtweite verträgt sich nicht mit geplanten Reihenhäusern entlang von Schleusengraben und Kampbille oder mit Wohnblocks rund um alte Fabrikhallen.
Schon einen Schritt weiter sind Ideen für einen Beach-Club am Schleusengraben: Er soll auf dem Ostufer neben dem künftigen Laser-Zentrum unweit der A 25 entstehen. Ob als Dauereinrichtung, wie von Ernst Heilmann (Die Linke) erfragt, oder mit kurzfristigem Vertrag, "damit wir uns hochwertigere Nutzungen nicht verbauen" (Werner Omniczynski, SPD) wird sich noch zeigen.
"Wenn Sie zustimmen, trete ich umgehend in Detailverhandlungen ein, es gibt mehrere Interessenten", so Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Krupp. Ein auf ein Jahr befristeter Beach-Club, etwa nur für die 2010 geplante IBA-Präsentation, lasse sich aber nicht realisieren: "Dafür sind die Investitionen zu hoch."
Das Festhalten am Schleusengärten-Projekt stößt in der Politik auf breite Zustimmung. Der von Krupp geforderte lange Atem macht dort weniger Sorgen als Alternativen, etwa ein weiteres Logistikgebiet: "Wir wollen, dass diese letzte Achse als Verbindung zwischen Bergedorf und den Vier- und Marschlanden ansprechend entwickelt wird", sagt CDU-Bauexperte Jürgen Stubbe. "Ein Beach-Club kann das Vorhaben noch bekannter machen."
Auf dauerhaftes Engagement setzt Annette Vollmer (GAL): Eine Laser- oder Lichtshow zum IBA-Jahr 2010, wie für 20 000 Euro ausgeschrieben, könne nicht alles sein, mahnt die Stadtplanungsexpertin. "Wenn wir dort etwas bewegen wollen, brauchen wir eine dauerhafte Kulturnutzung": Dem Freizeit- und Erholungscharakter der Schleusengärten müsse ebensolche Bedeutung eingeräumt werden wie Wohnen und Gewerbe, damit das moderne Konzept aufgehe.


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