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Schleusengärten machen Probleme

Bergedorf. Das Projekt Schleusengärten kommt nicht so recht in Fahrt. Das liegt nicht an Verwaltung und Politik, sie treiben die neuen Bebauungspläne voran. Bislang fehlen aber Investoren. Zudem schlummern in dem Areal auch noch unliebsame Überraschungen - Altlasten im Boden.
Die öffentliche Plandiskussion zum B-Planentwurf Bergedorf 104/Curslack 19 hat fast ebenso viele Politiker wie Bergedorfer und Gäste ins Rathaus gelockt. Vor gut 30 Zuhörern erläuterten der zuständige Abteilungsleiter im Bezirksamt, Stadtplaner Klaus Wittmann, und der Ausschuss-Vorsitzende Peter Gabriel (SPD) das Verfahren zu einem Hightech-Gewerbegebiet mit viel Grün.
Der B-Plan für das Areal westlich des Schleusengrabens (nördlich Kampbille bis zum Weidenbaumsweg) ist fast fertig, soll im Dezember in Kraft treten: In einem Mischgebiet sollen entlang beider Wasserläufe, wie berichtet, Grundstücke für Wohnbebauung ausgewiesen werden, rückwärtig Flächen für Gewerbe und einen Discounter. Wittmann: "Am Schleusengraben wäre auch Platz für eine kleine Marina.".
Nur in Nebensätzen zur Sprache kamen mögliche Probleme - für beide Plangebiete: So muss in Lärmuntersuchungen geklärt werden, wie weit Wohnen westlich des Schleusengrabens durch künftige Gewerbe- und Industrieansiedlungen auf dem anderen Ufer beeinträchtigt werden könnte. Derzeit sind östlich Bürogebäude entlang des Wassers vorgesehen: Nach den Vorstellungen des niederländischen Planungsbüros Mecanoo sollen sie als Lärmschutz für die Wohnbebauung wirken. Zudem werden Belastungen durch ein weiter östlich geplantes Logistikgebiet untersucht. Es soll jenseits des Curslacker Neuen Deichs entstehen. "Wer den Einbruch von 30 Prozent im Hamburger Hafen sieht, fragt sich, wie realistisch solche Planungen sind", kritisiert Ernst Heilmann (Die Linke).
Jürgen Stubbe (CDU) sieht die Wirtschaftskrise insgesamt als Hindernis: "Dass wir keinen Generalinvestor finden, befördert die Schleusengärten nicht gerade." Anderseits könne die Ansiedlung des neuen Hamburger Laserzentrums (zwischen Autohaus Kath und Schleusengraben) weitere Hightech-Betriebe anlocken.
Auch auf dem Westufer tut sich wenig, obwohl dieser B-Plan fast fertig ist. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es Gründe: Anders als das stadteigene Areal auf dem Ostufer sind umliegende Privatflächen bisher nicht saniert. Die Kosten für eine Bodensanierung um die alte HMG-Fabrik sollen sich auf einen hohen einstelligen Millionen-Betrag addieren.
Auch auf dem Ostufer können noch Überraschungen im Boden schlummern, fürchtet Peter Gabriel mit Blick auf eine von SPD- und GAL-Politikern geforderte Wohnbebauung: "Dass ein langjähriger Werftbetrieb und die Produktion von Berliner Bau ohne Bodenbelastung geblieben wären, das würde an ein Wunder grenzen."

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© Bergedorfer Zeitung 2008