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Lesefest mit Kirsten Boie

Die Autorin liest am 31. Oktober in der Sternwarte. Die "bz" verteilt exklusiv 100 kostenfreie Karten.
Wenn Kirsten Boie Autogramme gibt, fragen viele Kinder ganz erstaunt: ."Hast du auch eine Karte, wo ein Bild von dir drauf ist?" Denn die Hochglanzfotografie mit der frisierten, gepuderten und retuschierten Dame passt so gar nicht in die Vorstellung der Kinder von ihrer Lieblingsautorin Kirsten Boie, der Frau, die so wunderbar vom Meerschweinchen "King Kong" erzählen kann. Der Autorin, die mit der Kinderwelt im "Möwenweg" ein deutsches Bullerbü geschaffen hat und deren neues Buch "Seeräubermoses" in der wilden Welt der Ostsee-Piraten spielt.
Elegant wirkt die Dame zwar, die im schicken Chilli-Club mitten in der Hafencity zum Interviewtermin Platz nimmt. Doch trotz dunkler Hose und heller Bluse wirkt Kirsten Boie, als ob sie auch gern mal in eine Pfütze springen würde. Der Blick ist offen, wissbegierig, der Mund verzieht sich im Gespräch meist zu einem breiten Lächeln. Zum Beispiel wenn die 59-Jährige von ihrer neuen Heldin, dem Mädchen "Seeräubermoses" erzählt, einer mutigen "kleinen Dame". "Ich war nicht so mutig als Kind, das gebe ich zu, ich habe mich sogar im Dunkeln gefürchtet", sagt Boie. Trotzdem: Abenteuergeschichten hätte sie schon damals geliebt - mehr als manches romantische Mädchenbuch.
Auf abenteuerliche Weise erfüllte sich Boie auch ihren Traum vom Schreiben. Die ehemalige Lehrerin warf eines Tages die hohen Ansprüche ihres literaturwissenschaftlichen Studiums über Bord und begann Groschenromane zu lesen. "Comtessen auf Pferden, Ärzte in Cabrios - darüber kann ich auch schreiben, dachte ich", erzählt Boie, die schließlich doch ein anderes Thema für ihr erstes Buch wählte. Beim Füttern ihres kleinen Adoptivsohnes fiel ihr die Geschichte zu "Paule ist ein Glücksgriff" ein. Das erste Kinderbuch war geboren. Und Kirsten Boie, die ihren Job an einer Schule aufgeben musste, um ihre beiden Adoptivkinder aufnehmen zu dürfen, entdeckte eine neue Leidenschaft: Das Schreiben von Kinderliteratur. Inzwischen sind mehr als 60 Bücher von ihr erschienen, viele davon wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.
* Zum hamburgweiten Seiteneinsteiger-Lesefest am 31. Oktober liest Kirsten Boie aus "Seeräubermoses" in der Bergedorfer Sternwarte (Gojenbergsweg 112, Beginn: 11 Uhr). Nur bei der "bz" gibt es 100 Karten für die Lesung - und zwar kostenfrei. Kinder holen ihre Karte bitte persönlich in der bz-Geschäftsstelle ab, Curslacker Neuer Deich 50, Mo. bis Do. 8 bis 18 Uhr, Fr. 8 bis 15 Uhr. Pro Kind (möglichst Grundschulalter) geben wir maximal vier Karten heraus. Eltern bitten wir um Verständnis, dass die Sitzplätze den Kindern vorbehalten sind. Begleitpersonen finden am Rand des Saals oder auf der Empore Platz. Die Lesung ist Auftakt für die "Bucherfinder", eine "bz"-Lesereihe mit renommierten Autoren für Kinder und Jugendliche.
"Ich war nicht mutig als Kind, das gebe ich zu." Kirsten Boie

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© Bergedorfer Zeitung 2008