Demografie
Politiker sollen Alt und Jung verbinden
Samstag, 5. September 2009 04:00
Bergedorf (kp). Die Geburten gehen zurück, die Lebenserwartung steigt. Junge Menschen ziehen weg, die Alten bleiben. Kann lokale Politik die Probleme, die sich daraus ergeben, lösen?
Susanne Tatje, erste und bislang einzige Demografiebeauftragte Deutschlands, beantwortet diese Frage im Roten Salon der SPD mit einem "Ja".
Sie sprach im Serrahnforum von den Wegen, die beispielsweise die Stadt Bielefeld im Zuge des demografischen Wandels geht. Klar ist für die Soziologin: "Wir brauchen einen demografischen Blick auf die Dinge, da der Wandel Auswirkungen auf sämtliche politische Bereiche hat." Finanzen, Bildung und Verkehr seien betroffen. Nur langfristigen Strategien und Ziele könnten etwas bewirken. Bielefeld fördert deshalb Projekte wie zum Beispiel ein Seniorenheim mit einer Kita unter einem Dach. In ihrem Vortrag betonte Tatje, dass jede Stadt aber ihren eigenen Weg finden müsse. Es gebe keine Patentlösung.
Im Anschluss diskutierte Hans-Ulrich Klose, Bundestagsabgeordneter der SPD, mit Rudolf Herbers, Vorsitzender der Seniorengemeinschaft der Hamburger SPD. Thema war die "Ignoranz der Politik gegenüber Senioren". Besonders im kulturellen Bereich solle man sich demnach genauso um die Senioren wie um die Kinder bemühen.
Die Senioren unter den knapp 40 Gästen jedoch fühlen sich zumindest von Bergedorfs Politikern nicht ignoriert. Eine ältere Dame zählte Einrichtungen auf, die es in der Stadt für Senioren gibt: das Haus im Park, das Lichtwarkhaus, der Seniorentreff am Kurt-Adams-Platz oder das Altenheim an der Leuschnerstraße.
Ein älterer Herr sagte: "Ich bin stolz auf die Angebote hier in Bergedorf. Wenn man will, kann man ehrenamtlich viel tun. Wer nichts mit sich anzufangen weiß, sollte einfach mal am Reetwerder 17 bei der Freiwilligenbörse vorbeischauen."
Was die Jugend angeht, waren sich Publikum und Politiker allerdings einig: "Wenn es immer weniger junge Menschen gibt, sollte man diese wenigen gut ausbilden", sagte Klose und fügte hinzu: "Wir müssen verhindern, dass zehn Prozent ohne Schulabschluss da stehen. Die jungen Menschen sind unsere Zukunft."


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