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Arbeitsagentur und Jobcenter schmeißen zusammen

Bergedorf. Erst Arbeitsamt, dann Bundesagentur für Arbeit, auf der anderen Seite zunächst Arge, dann Teamarbeit Hamburg, auf jeden Fall aber Jobcenter: Erwerbslose wie auch Firmeninhaber wussten früher häufig kaum, mit wem sie es zu tun haben.
Der Arbeitgeberservice sollte Abhilfe schaffen und Unternehmen beim Weg durch den Papierkrieg helfen. Dumm nur, es gab ihn jeweils zweifach, bei der jeweiligen Arbeitsagentur und den heutigen Jobcentern. Damit ist Schluss: In Bergedorf gibt es nur noch einen Arbeitgeberservice, der ist zudem vernetzt mit dem Bezirk.
Die klare Trennung zwischen Arbeitsagentur und den für die Betreuung von Hartz-IV-Empfängern zuständigen Jobcentern war politisch gewollt. Sinn gemacht hat sie nicht, zumindest nicht für die Firmenbetreuung. "Unser Arbeitgeberservice wie auch die Jobcenter haben mit einer gemeinsamen Datenbank gearbeitet", bestätigt Bergedorfs Agenturchef Ulf Fock. Mit der Zusammenführung könne der Service aus einer Hand geboten werden. Ohne dass die Gegenüber rätseln, mit wem sie gerade Kontakt haben.
"Dank der auf zehn gestiegenen Mitarbeiterzahl können wir uns spezialisieren, zwei Kollegen etwa können sich ausschließlich um die Besetzung freier Ausbildungsstellen kümmern", sagt Peter Barton, Arbeitgeberservice Bergedorf. Besonders wichtige Wirtschaftszweige werden künftig durch Experten betreut, verarbeitendes Gewerbe und Gesundheitssektor ebenso wie Handel, Logistik und Handwerk. Während die Hansestadt ihrem Ruf als Dienstleistungsstandort gerecht wird, arbeiten in Bergedorf mehr Menschen im Maschinenbau, beim Weltkonzern Hauni, bei mittelständischen Unternehmen (Fristam) bis zu vielen kleinen Firmen.
"Unternehmen wollen geeignete Bewerber für ihre Stellen, es interessiert sie nicht, wer sie vermittelt", sagt Till Bode. Der Wirtschaftsförderer im Bezirksamt ist Teil des Netzwerks, betreut ansiedlungswillige Firmen und stellt gern auch gleich Kontakt zum Arbeitgeberservice her. Der von diesem monatlich herausgegebene Ausbildungsnewsletter ist neuerdings auch über die Internetadresse des Bezirksamtes abrufbar, unter www.bergedorf.de/auausbildung.html .
Das Internet spiele für die Berufswahl eine wachsende Rolle, sind Arbeitgeberservice und Bezirksamt einig. "Wir verzeichnen einen Zunahme um 70 Prozent", sagt Barton. "Kontakte sind schneller, bis zur Bewerbung per Mail."

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© Bergedorfer Zeitung 2008