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Gerd Nuppenau lüftet das Geheimnis des Eiskellers

Jersbek (ahr). Gerade wenn die Temperaturen hochsommerliche Werte erreichen, taucht die Frage auf: Wie haben die Menschen früher bloß die Lebensmittel gekühlt? Eine Antwort auf diese Frage gibt Gerd-Wilhelm Nuppenau, wenn er seine Gäste in den Eiskeller führt.
Der 55-jährige Landwirt ist seit zehn Jahren der lokale Experte für dieses Kleinod und gibt sein Wissen gern weiter.
Das reetgedeckte Gebäude, das am Ortseingang auf einer Anhöhe thront, stammt aus dem späten 18. Jahrhundert. Gutsherr Bendix von Ahlefeld ließ den Eiskeller anlegen, um Lebensmittel für seine zahlreichen Gesellschaften kühlen zu können. Im Hauptraum wurden Butter, Milch und Käse bei konstant acht bis zehn Grad Celsius gelagert und so frisch gehalten. Direkt über dem Eis hingen Schinken und Wild.
Um den Keller auf diese Temperatur zu bringen, wurde ein Gebäude aus Meter dicken Feldsteinmauern errichtet. Außen wurde Erdreich angehäufelt, um den Dämmeffekt noch zu verbessern. Im Inneren verblendete man die Feldsteinwand mit Backsteinen, damit "hygienische Verhältnisse" herrschten. Kern des "Kühlschranks" ist die Eiskammer. Hier wurden bis zu 80 Tonnen Eis vom benachbarten Teich eingelagert. Sie sorgten für angenehm kühle Temperaturen - und das durchaus für längere Zeit. "Als in den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts die Nutzung eingestellt wurde, hat es zehn Jahre gedauert, bis das Eis restlos geschmolzen war", erinnert sich Nuppenau.
Ihm macht es Spaß, den Menschen etwas über den Eiskeller zu berichten. "Dabei will ich keinen Schulunterricht machen", betont Nuppenau. Und so erzählt er lieber ein paar Anekdoten, die stets einen wahren Kern haben. So wie die, dass Holländer den Kakao nach Schleswig-Holstein importiert haben. "Oft betrieben sie die Milchwirtschaft auf den Gütern, auch in Jersbek. Da haben sie ihre rotbunten Kühe mitgebracht, und die gaben eben braune Milch."
Wer eine Führung durch den Eiskeller vereinbaren möchte, kann sich unter (045 32) 7264 anmelden. Sie ist kostenlos, eine Spende aber willkommen.
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© Bergedorfer Zeitung 2008