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Einzug in ein ungewöhnliches Zuhause

Gartenbauamt? Haus der Natur? Behörde? Die Spekulationen der Menschen darüber, was sich hinter dem ungewöhnlichen Neubau am Ladenbeker Furtweg verbirgt, reichen weit auseinander.
. "Es standen auch schon welche hier bei uns im Flur und wollten sich mal umsehen", schmunzelt Diplom-Sozialpädagogin Katharina Mucha. Mit ihren Schätzungen liegen die Menschen jedoch weit daneben. Das "Homehaus" ist kein öffentliches Gebäude, sondern ein Zuhause. Ein Zuhause für Kinder und Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen nicht in ihren Familien leben können (siehe Kasten).
Dass diese Kinder vor wenigen Tagen ein für sie maßgeschneidertes Zuhause beziehen konnten, grenzt an ein Wunder. Denn schon vor etlichen Jahren hatte die Stiftung "Unternehmer helfen Kindern" angekündigt, ihnen zu mehr Platz und besser geeigneten Räumen verhelfen zu wollen. Doch die Suche nach einem Grundstück gestaltete sich als äußerst schwierig. Und auch ausreichend Spender wollten erst gefunden werden.
Nun jedoch konnten die derzeit neun Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren ihr neues Zuhause beziehen. In dem ehemaligen Kinderhaus in Spadenland wurden vor wenigen Tagen die Koffer gepackt und am Ladenbeker Furtweg wieder ausgepackt. "Es war auch schon etwas Wehmut dabei", gesteht Pädagogin Katharina Mucha. "Wir haben das Ländliche in Spadenland durchaus genossen." Doch die Vorteile am neuen Standort überwiegen bei weitem, "allein, weil es jetzt alle nur noch ein paar Minuten zur Schule oder zur Ausbildung haben", so die 41-Jährige, die das Haus mit vier weiteren Pädagogen sowie zwei Hauswirtschaftskräften führt.
Und dann ist da natürlich noch das neue Haus. Das von dem Berliner Star-Architekten Jürgen Mayer H. entworfene ungewöhnliche Gebäude bietet doppelt soviel Fläche wie der Vorgänger in Spadenland: 480 Quadratmeter. Es gibt 13 Einzelzimmer (für jedes Kind eines, plus Erweiterungsreserve), einen Kleinkindraum, etliche Bäder, einen Spiel- und Lernraum sowie ein großzügiges helles Wohnzimmer mit schicker offener Küche. Die neuen Möbel sind schon unterwegs - von der Sitzecke bis zum riesigen Esstisch. Die Kinder konnten sich ihre Zimmerdekoration selbst aussuchen.
Mit etwa 1,2 Millionen Euro lagen die Baukosten im Plan. Spenden sind der Stiftung aber immer noch sehr willkommen ( www.unternehmerhelfenkindern .de ). Das Engagement setzt sich auch nach dem Einzug der Bewohner fort: Die Miete, die der städtische Träger an die Stiftung zahlt, wird in das Haus reinvestiert.(cr)

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© Bergedorfer Zeitung 2008