Bahnhof Lauenburg
Stellwerk-Brand bremst die Bahn noch nach Monaten aus
Donnerstag, 30. Dezember 2010 18:33
- Von Timo Jann
Lauenburg. Mit „Büps“ (Bahnübergangssicherungsposten) sichert die Bahn zurzeit ein Dutzend Bahnübergänge auf der Strecke zwischen Lüneburg und Büchen, weil sich die Technik nicht wie gewünscht regeln lässt.
Hintergrund: Seit dem Brand des Stellwerks im Lauenburger Bahnhof am 18. August ist die Leittechnik für Weichen, Signale und Schranken zerstört. Weichen und Signale konnten bereits umgeschaltet werden, nicht jedoch die Sicherung der Bahnübergänge.
„Die Technik der Bahnübergänge muss erst wieder an ein Stellwerk angeschlossen werden“, erklärt Egbert Meyer-Lovis, Sprecher der Bahn in Hamburg. Alles, was nördlich von Lauenburg liegt, soll an das Büchener Stellwerk angeschlossen werden, alles, was südlich von Lauenburg ist, über Lüneburg geschaltet werden. „Das dauert natürlich etwas, weil wir die nötigen Arbeiten erst bei offenem Wetter umsetzen können“, sagt Meyer-Lovis. Vor dem Beginn des Winterwetters sei man noch nicht mit der Planung durch gewesen, heißt es. Ob das Lauenburger Stellwerk überhaupt wieder aufgebaut wird, ist unklar. „Das hängt vom künftigen Betriebskonzept ab“, so Meyer-Lovis.
Einer der „Büps“, die jetzt bei Schnee und Eis auf freier Strecke im Einsatz sind, ist Michael Steffen Hagen. Der Büchener sichert den Bahnübergang im Bereich des Lanzer Sees zwischen Basedow und Lanze. „Es ist schon heftig, bei minus 10 Grad zehn Stunden im Einsatz zu sein“, berichtet er. Über einen Stromerzeuger sorgt er mit einer elektrischen Heizung wenigstens in der Zeit, wenn kein Zug rollt, für etwas Wärme in seinem Wagen. Sogar ein mobiles Toilettenhäuschen wurde unweit des Bahnübergangs aufgestellt. Die Bahn hat die Sicherung der Querungshilfen an eine externe Firma vergeben. Hagen arbeitet für das Reinbeker Unternehmen NGG und teilt sich mit mehreren Kollegen die Schichten. Immer, wenn ein Zug auf seinem Streckenabschnitt gemeldet wird, spannt er Absperrbänder über die Straße und sichert die Stelle mit einer rot-weißen Fahne ab. Dann müssen die Autos warten, bis die Regionalbahnen die Stelle des „Büps 153 Berta“ (nach dem Bahnkilometer 153) passiert haben. Mindestens zweimal pro Stunde zwischen 4 und 23 Uhr. „Bis unsere Technik wieder funktioniert, werden wir diese Leistung weiter einkaufen“, sagt Meyer-Lovis.
Die Reisenden auf dem Lauenburger Bahnhof müssen wegen des seit dem Brand gesperrten Bahnhofgebäudes auch bei der derzeitigen Kälte draußen ausharren. Zudem sind die Wege nicht vollständig vom Schnee geräumt, so dass der Gang über das Bahnhofsgelände ein Wagnis ist. Das von Einbrechern angezündete Stellwerk ist weiter nur notdürftig mit Holzplatten und einem Bauzaun gesichert.
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