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Flößerei – einst ein lohnendes Geschäft

Lauenburg. Noch in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts war Flößerei auf der Elbe ein lohnendes Geschäft – für die Flößer, die Holz aus den waldreichen Mittelgebirgen Böhmens nach Hamburg brachten, und für Binnenschiffer, die die etwa 20 Meter breiten und bis zu 100 Meter langen Flöße auf ihrem Weg ins Schlepptau nahmen.
An Bord des Raddampfers „Kaiser Wilhelm“ können Interessierte die Überführung eines am gleichen Tage gezimmerten Floßes von Bleckede zum Fähranleger in der Lauenburger Altstadt verfolgen.
Foto: bz
An Bord des Raddampfers „Kaiser Wilhelm“ können Interessierte die Überführung eines am gleichen Tage gezimmerten Floßes von Bleckede zum Fähranleger in der Lauenburger Altstadt verfolgen.
Aus Aufzeichnungen des Lauenburger Schlepper-Eigners Paetow geht hervor, dass der Bau eines Floßes in Aussig, dem heutigen Usti in Tschechien, per Postkarte angekündigt wurde. Für die Schlepperbesatzung hieß es dann, dem Floß so schnell wie möglich „entgegenzudampfen“, denn die Bezahlung richtete sich nach den tatsächlich geschleppten Stromkilometern.
Auch für Lauenburg, das einen eigenen Hafen für die Holz verarbeitende Industrie vorhielt, war das „Treibgut“ ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: Die Kalkbrennereien Krüger, von der Sandt und Hevecke benötigten große Mengen als Brennstoff, die Zündwarenfabriken verarbeiteten das angekommene Floßholz und auch die Dampfschneidemaschine von Johann Carl Russow profitierte von dem im Hafen liegenden Rohstoff.
Erinnerungen an vergangene Zeiten werden geweckt, wenn sich vom 23. bis zum 26. September 125 Teilnehmer aus 15 Vereinen zum 23. Deutschen Flößertag in Lauenburg treffen. Neben den Regularien, die im Hotel Zum Halbmond und im Kulturzentrum Heinrich-Osterwold-Halle abgehandelt wurden, gibt es zwei Programmpunkte, die auch interessierten Bürgern zu empfehlen sind.
Ein nicht alltägliches Schauspiel wird am Sonnabend im alten Hafen von Bleckede zu sehen sein. Dort beginnen Mitglieder des Flößervereins Finowfurt um 8 Uhr damit, in alten Trachten und mit Unterstützung der Bleckeder Blasmusik ein Floß „in Echtzeit“ zu bauen. Um 14 Uhr soll es zu Wasser gelassen und auf die 17 Stromkilometer lange Strecke nach Lauenburg geschickt werden. Für das richtige Tempo bis zur Ankunft gegen 17 Uhr an der Fährstelle in der Altstadt sorgt dabei der Hitzler-Schlepper „Hein Dau“.
„Wir wollten, dass der Flößertag nicht nur im Saal stattfindet, auch wenn es nicht ganz einfach war, die Erlaubnis für das Befahren einer Bundeswasserstraße zu bekommen“, berichtet Wilhelm Bischoff, Geschäftsführer des Vereins zur Förderung des Lauenburger Elbschiffahrtsmuseums. Er hat das Rahmenprogramm der Flößertages organisiert.
Wer den Bau des Floßes miterleben möchte, kann um 9 Uhr mit dem Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ von Lauenburg nach Bleckede fahren und am Nachmittag die Überführung von Bord aus begleiten. Dabei besteht auch Gelegenheit, mit den Teilnehmern des Deutschen Flößertages zu fachsimpeln.
Am Sonntag um 10 Uhr sammeln sich die Mitglieder der 15 Vereine in Flößertracht auf der Wiese im Fürstengarten, um mit Musikbegleitung in die Altstadt zu marschieren. Dort beendet von 11 Uhr an ein ökumenischer Gottesdienst in der Maria-Magdalenen-Kirche die Fachtagung der erst 1987 mit Lauenburger Hilfe gegründeten Flößerei-Vereinigung, die am kommenden Wochenende auch ein 80 Seiten starkes Heft vorstellt, in dem das Thema „Holzumschlag in Lauenburg“ ausführlich behandelt wird.
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