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BAB hat noch viele Pfeile im Köcher

Lauenburg. Reinhard Gerbitz aus der Kolberger Straße hatte zwei Gründe, sich der Demonstration des Bürgeraktionsbündnisses (BAB) „Lauenburg reicht’s“ gegen die Verkehrsbelastung durch schwere Lastwagen auf den innerörtlichen Bundesstraßen anzuschließen:
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„Lärm, Schmutz und Gestank machen uns krank“ skandieren die Demonstranten, die den Verkehr auf der Bundesstraße 5 in Richtung Osten 90 Minuten lang blockieren.
Foto: Bienwald
„Lärm, Schmutz und Gestank machen uns krank“ skandieren die Demonstranten, die den Verkehr auf der Bundesstraße 5 in Richtung Osten 90 Minuten lang blockieren.
„Julian ist jetzt zehn Jahre alt und muss jeden Tag quer durch die Stadt bis zur Albinus-Gemeinschaftsschule auf dem Hasenberg laufen. Und Leandro ist sieben und gerade am Weingarten eingeschult worden. Ich möchte verhindern, dass sie von durch die Stadt rasenden Lastwagen, die auch rote Ampeln ignorieren, gefährdet werden“, sagte er, bevor er sich mit seinen Söhnen in den Demonstrationszug vom Sportplatz am Glüsinger Weg über die Bundesstraße 5 bis zur Einmündung der Hafenstraße einreihte.
Friedrich Stahlbock fordert die Einbeziehung der Hafenstraße in das Durchfahrtsverbot.
Foto: Bienwald
Friedrich Stahlbock fordert die Einbeziehung der Hafenstraße in das Durchfahrtsverbot.
Auch Friedrich Stahlbock, ehemaliger Wirt des Hotels Zum Halbmond, machte mit einem Protestplakat deutlich, dass Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Jost de Jager (CDU) sich nicht sicher sein darf, mit dem von seinem Haus erarbeiteten „Endkonzept“ für die Verbannung des Schwerlastverkehrs von der Bundesstraße 5 auch eine von den Lauenburgern akzeptierte Lösung gefunden zu haben. „2000 Lkw pro Tag sind zuviel! Wir sind keine Autobahn!“, stand auf seinem Schild und er machte deutlich, was die Lauenburger wollen: „Die Hafenstraße muss in die Sperrung eingezogen werden, sonst herrscht in der Stadt niemals Ruhe.“
Die Einbeziehung der Sperrung dieses Teilstücks der Bundesstraße 209, das de Jager aus Mecklenburg-Vorpommern kommenden Truckern als Ausweichstrecke in Richtung Lüneburg empfehlen will, ist auch für Heinz Victor aus dem BAB-Sprecherrat unabdingbar: „Die Niedersachsen werden sich nicht gerade über die Lkw-Flut aus Richtung Lauenburg freuen“, kündigt er Gespräche mit den zuständigen Behörden an. Die scheinen auch nötig zu sein: „Ich werde nicht zulassen, dass Hohnstorf zur Ortsumgehung von Lauenburg wird“, hatte der neue Bürgermeister André Feit seinen Bürgern bereits beim Amtsantritt vor zwei Wochen versprochen.
Auch in andere Richtungen bleibt das BAB aktiv: Schon heute ruht der Straßenverkehr vor roten Ampeln, wenn schwere Güterzüge über die marode Elbbrücke rollen. „Wir werden die Bahn darauf hinweisen, dass die Ableitung des Lkw-Verkehrs über die Hafenstraße zu zusätzlichen Belastungen des Bauwerks führen wird. Außerdem lassen wir von einem Rechtsanwalt die Möglichkeit einer Klage gegen die Kieler Pläne prüfen“, sagt BAB-Sprecherin Ulrike Köller. Dazu hält das Aktionsbündnis engen Kontakt zu den Bürgerinitiativen entlang der B5 zwischen Neu-Gülze und Redefin in Mecklenburg, die ebenfalls ein Lkw-Durchfahrtsverbot fordern, bei der dortigen Politik derzeit aber noch auf Granit beißen. Gegner dieser Regelung ist der Ludwigsluster Landrat Ralf Christiansen (SPD).

Minister Jost de Jager schickt nur seine Saatssekretärin

Als nächste Aktion will das BAB am Sonnabend, 28. August, mit einem Stand auf dem Wochenmarkt für seine Aktivitäten werben und noch mehr Sympathisanten gewinnen.
Am Donnerstag, 2. September, folgt dann um 19.30 Uhr eine öffentliche Versammlung in der Lauenburger Mühle. Jost de Jager hat seine persönliche Einladung zwar abgesagt, schickt aber seine Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang. Und für Ende September plant das BAB eine als Laternenumzug „getarnte“ Demonstration auf der B5. Sie soll am Abend beginnen, damit auch Berufstätige dabei sein können.
Schließlich hofft das Aktionsbündnis, dass de Jager doch noch der Aufforderung von Bürgermeister Harald Heuer und Bürgervorsteher Andreas Lojek, die beide am Dienstag mitdemonstrierten, folgt und die Lauenburger zu einem persönlichen Gespräch empfängt.
Ulrike Köller: „Er muss endlich einsehen, dass die Lebensqualität der Menschen in dieser Stadt Vorrang haben muss vor den Interessen der Speditionsfirmen.“
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