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Land dreht den Geldhahn zu

Lauenburg. Der Tourismus ist in Lauenburg die einzige Branche mit Wachtumspotenzial, auch bundesweit macht sich die Stadt als Reiseziel immer mehr einen Namen. Dies könnte bald vorbei sein, das Land will die Tourismus-Agentur einstampfen.
Historische Stadtführungen durch die Altstadt sind bei vielen Touristen, die Lauenburg besuchen, sehr beliebt.
Foto: daub
Historische Stadtführungen durch die Altstadt sind bei vielen Touristen, die Lauenburg besuchen, sehr beliebt.
Urlaub in Schleswig Holstein – da denken die meisten sofort an weißen Ostseestrand oder hohe Nordseewellen. Aber es gibt auch einen anderen Trend: „Immer mehr Touristen entdecken die landschaftlich reizvollen Gegenden im Lauenburgischen für einen Kurzurlaub“, weiß Günter Schmidt von der Herzogtum Lauenburg Marketing und Service GmbH (HLMS). Dass die Stadt Lauenburg dabei ganz oben auf der Beliebtheitsskala steht, beweisen die Zahlen: Fast 24 Prozent mehr Übernachtungsgäste hat die Schifferstadt im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr beherbergt, das ist der größte Anstieg im Kreisgebiet.
Dass sich die kleine Stadt an der Elbe inzwischen auch in Bayern oder Sachsen einen Namen gemacht hat, liegt zum großen Teil an der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH (TASH), die seit 2001 für das landesweite touristische Marketing Schleswig-Holsteins zuständig ist. „Wir könnten uns gar nicht leisten, bundesweit auf Messen oder in Zeitschriften so intensiv unsere Region zu bewerben“, sagt HLMS-Chef Schmidt.
Damit könnte es jedoch bald vorbei sein, denn die Tourismus Agentur Schleswig Holstein soll dem Rotstift der Landesregierung zum Opfer fallen. „Die Förderung der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH) wird von derzeit rund 1,9 Millionen Euro schrittweise bis Ende 2014 eingestellt.“, heißt es im Papier zum Sparpaket, das die CDU/FDP Haushaltsstruktur-Kommission erarbeitet hat und das Anfang Juni verabschiedet wurde.
„Damit fährt die Regierung den Tourismus des Landes an die Wand“, empört sich die Tourismuspolitische Sprecherin des SPD-Landtagsfraktion Regina Poersch. Gerade so arme Städte wie Lauenburg seien darauf angewiesen, ihren touristischen Reiz bundesweit zu vermarkten. Der SPD-Landtagsabgeordnete Olaf Schulze hatte seine Parteifreundin nach Lauenburg eingeladen, um ihr an Ort und Stelle zu zeigen, welche Auswirkungen es hätte, wenn die Touristen wegblieben. „Andere Bundesländer stocken ihre Tourismusförderung auf, in Schleswig Holstein meint man, auf diese Form der Wirtschaftsförderung verzichten zu können“, so Schulze.
Wirt Sönke Ellerbrock weiß, wie sensibel das Tourismusgeschäft in Lauenburg ist. „Der lange Winter hat uns arg zu schaffen gemacht“, sagt der Chef vom Alten Schifferhaus und denkt, dass der positive Trend des Vorjahres erst mal vorbei ist.
„Wer in solchen Zeiten die Förderung einstampft, sollte ehrlich sein und sagen, dass man sich vom Tourismus verabschiedet hat“, meint Olaf Schulze dazu.
1 Kommentar
Manfred Hamburg meint:
Dass die TASH jemals auch nur ein Bett zusätzlich vermittelt hätte, ist eine Legende. "Marketing" wurde überwiegend im Stil der 50er Jahre gemacht, mit Faltblättern und auf Dienstreisen zu Tourismus-Messen. Im Zeitalter der online-Buchungen ist die TASH nie angekommen. Für Touristen war und ist die TASH daher unbedeutend. Was in diesem Geschäft zählt, ist Leistung am Kunden - und die hat die HLMS auch nicht zu bieten. Hier besteht also ebenfalls noch Sparpotential...

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