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Fahrgäste fühlen sich von der Bahn im Stich gelassen

Lauenburg. Lediglich ein handgeschriebener Zettel mit der Aufschrift „Heute kein Zugverkehr“ klebt an der Eingangstür zum Bahnhofsgebäude – kein Hinweis, wann die Busse als Ersatz in Richtung Lüneburg und Büchen fahren und schon gar nicht, was der Grund für den Zugausfall ist.
Zwei Stunden warteten Michael Lindenbeck (links) und Roger Stork auf einen Bus, der auch Fahrräder mitnimmt.
Foto: Richel
Zwei Stunden warteten Michael Lindenbeck (links) und Roger Stork auf einen Bus, der auch Fahrräder mitnimmt.
Mit diesm Schild west die Bahn auf die Zugausfälle hin.
Foto: Richel
Mit diesm Schild west die Bahn auf die Zugausfälle hin.
Ein sichtlich überforderter Bahnmitarbeiter verweist im Bahnhofsgebäude auf die Bushaltestelle mit dem Fahrplan für den Schienenersatzverkehr. Ein Blick darauf zeigt: Dieser galt lediglich bis zum 30. Juli. „Für den Brand kann die Bahn ja nichts, aber es muss doch für solche Fälle ein Informationsmanagement geben“, ärgert sich Roger Stork aus Eckernförde, der mit seinem Fahrrad den Zug nach Büchen nehmen wollte. Dann hätte ihn aber doch ein freundlicher Busfahrer der Lauenburger Stadtlinie informiert, dass der Bus Richtung Büchen „wahrscheinlich“ zu jeder vollen und der in Richtung Lüneburg jeweils eine halbe Stunde später fährt. So ist der Radwanderer erst mal noch guten Mutes, sein nächstes Etappenziel Kiel in absehbarer Zeit zu erreichen.
Auch Michael Lindenbeck aus Schwerin ist in seinem Urlaub mit dem Fahrrad unterwegs und wurde vom Zugausfall am Lauenburger Bahnhof überrascht. „Da kann man wohl nichts machen, aber warum steht hier draußen nicht ein Bahnmitarbeiter mit Handzetteln für die Fahrgäste,“ wundert er sich. Da ihm der Blick auf den ungültigen Plan des Schienenersatzverkehrs auch nicht weiter hilft, ist er froh, von Fahrgast Roger Stork zu erfahren, dass der Bus nach Büchen „voraussichtlich“ in fünfzig Minuten kommt.
Tatsächlich ist dieser fast pünktlich am Lauenburger Bahnhof. Allerdings ist der kleine Bus völlig überfüllt. Obwohl das Fahrzeug gar nicht dafür vorgesehen ist, hat der Fahrer sogar drei Radfahrer mitgenommen. Eine kleine Gruppe von Fahrgästen steigt in Lauenburg noch zu, aber für Roger Stark und Michael Lindenbeck und ihre Räder gibt es keine Chance zur Mitfahrt.
Immerhin brachte der Busfahrer aber eine gute Nachricht mit: „Der nächste Bus ist ein Gelenkbus, der kann mehr Räder transportieren.“ Dieser fährt „voraussichtlich“ in einer Stunde.

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