Feuer im Stellwerk
Brandstifter legt Bahnbetrieb lahm
Mittwoch, 18. August 2010 19:05
- Von Timo Jann
Lauenburg. Der Zug ist abgefahren für Lauenburgs Bahnhof: Nach dem Brand im Stellwerk läuft auf den Gleisen am Bahnhof nichts mehr. Ersatzbusse müssen die Bahnreisenden zwischen Büchen und Lüneburg fahren, weil aufgrund des nächtlichen Feuers Signale ausgefallen sind und die Weichen nicht gestellt werden können.
Wann der Bahnverkehr wieder reibungslos laufen wird, ist nach Angaben der Bahn noch unklar. „Da müssen jetzt erst mal die Karten gelegt werden“, sagte Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst am Mittwochmorgen. „Vielleicht können wir den Zugverkehr trotz Ausfalls des Stellwerks irgendwie wieder herstellen“, sagte sie.
Darauf hoffen die vielen Bahnfahrer aus Lauenburg. „Der Bahnhof ist gut frequentiert. Einerseits nutzen viele Berufsschüler, die nach Mölln müssen, den Zug, andererseits fahren viele Pendler mit dem Zug von Lauenburg aus zur Arbeit, und es kommen natürlich auch Touristen in der Stadt an“, erklärt Bürgermeister Harald Heuer. Deshalb hofft er darauf, dass der Brandschaden schnell behoben wird. Heuer: „Das ist natürlich für den Bahnbetrieb wichtig, aber auch das Bahnhofsgebäude muss renoviert werden, damit der Brandgeruch wieder verschwindet und es weiterhin ein einladendes Gebäude ist.“
Thomas Schöning, Eigentümer des Restaurants und des Gästehauses „Zugspitze“ direkt am Bahnhof, war am Mittwoch nicht zu erreichen. Er hatte das Bahnhofsgebäude aufwendig saniert und als neuen Baustein im Tourismuskonzept hergerichtet.
Durch das Feuer im Stellwerk, das sich auf einer Fläche von rund 50 Quadratmetern ebenerdig im Hauptgebäude befindet, wurden einige Schwachpunkte aufgezeigt. So fehlte nach Informationen von Heuer eine Brandschutztür, nur deshalb konnte Rauch aus dem Stellwerk über den Flur ins Gästehaus ziehen.
Zudem gab es für die Feuerwehr über ihre Leitstelle massive Probleme, einen Verantwortlichen der Bahn an den Einsatzort zu bekommen. Eigentlich hat das Unternehmen für solche Fälle Notfallmanager, doch von dem gab es auch eine Stunde nach dem Alarm keine Rückmeldung, ebenso wurde die von der Feuerwehr beantragte Streckensperrung nicht bestätigt. „Da werden wir Gespräche mit der Bahn führen müssen“, so Heuer.
Auf Unverständnis stößt bei ihm auch die Zuständigkeit der Bahnpolizei. „Die musste 80 Kilometer weit aus Lübeck anreisen, statt mal eben aus Lüneburg zum Einsatzort zu fahren“, berichtet Heuer. Er fordert vernünftigere Zuständigkeiten, die nicht an irgendwelchen Grenzen festgemacht werden dürften.



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Thomas Schöning meint:
Ich wurde leider erst um 08.00 vor Ort von dem Vorfall informiert.
Es ist sehr bedauerlich einen Vorfall der Art zu erleben, man fühlt sich sehr niedergeschlagen und findet keine Antwort.
Meine Telefonnummer ist überall bekannt und auch mich hat weder Polizei, Feuerwehr, Bahn oder die Stadt angerufen.
Die Aussage von Herrn Heuer ist falsch und ich möchte diese verändert sehen.
Richtig ist, dass es eine Brandschutztür zum Gästehaus gibt und das war auch gut so.
Das Restaurant und Gästehaus hatt keinen Schaden. Lediglich Rauchgeruch, der ist aber überall am Bahnhof.
Dank der guten Sanierung ist Schaden eingegrenzt worden. Ich würde mir in Zukunft mehr Genauigkeit bei der Berichterstattung wünschen, dann können Aussagen wie die von Herrn Heuer nicht so in die Presse und auch in unserem Haus für ganz anderen Schaden für weiteren Schaden sorgen. Der Fremdenverkehr liest soetwas dummes und meidet unser Haus. Der Schreck sitzt so schon tief genug und muss nicht noch erweitert werden. Danke Thomas Schöning