Schlacht um Lauenburg
Der Anfang von Napoleons Ende
Sonntag, 15. August 2010 19:19
- Von Timo Jann
Lauenburg. Das Grollen beim Abfeuern der Kanonen hallt durch Lauenburgs Straßen, die Luft ist von Rauchschwaden erfüllt, es riecht nach verbranntem Schießpulver.
Säbel rasseln und Gewehre werden nachgeladen: In Lauenburg konnte man sich am Wochenende 197 Jahre in der Geschichte zurückversetzt fühlen. Das Lauenburgische Feldbataillon hat die Schlacht gegen französischen Angreifer von 1813 nachgestellt.
200 Anhänger historischer Schlachten trafen sich zum Biwak im Fürstengarten. Hier hatten sie ihre Zelte und Kochstellen aufgebaut, von hier aus zogen sie los. Dabei legen die Darsteller Wert auf Details bei der Ausrüstung, der Uniform und im Lager.
Es war im August 1813, als Napoleons Truppen von Glüsing her gen Lauenburg vorrückten. Doch sie hatten nicht mit dem Widerstand gerechnet, der ihnen auf einem Acker westlich der Stadt entgegengesetzt wurde: Zwar ging die Schlacht hier nach harten Kämpfen siegreich für die Franzosen aus, doch sie mussten derart dezimiert weiterziehen, dass sie später in der großen Schlacht bei Leipzig geschlagen wurden und den Rückzug antraten.
„Lauenburg spielt dabei eine ganz entscheidende Rolle“, weiß Historiker Dr. Carsten Walczok. Per Megafon berichtete er den mehr als 500 Zuschauern bei der Nachstellung des Gefechts, wie es damals war. Das Stoppelfeld, auf dem sich die Darsteller am Sonnabend gegenüberstanden, ist ein Originalschauplatz des Krieges von vor 197 Jahren. „Wir haben hier bereits zahlreiche historische Dinge ausgegraben, die eindeutig von den Kämpfen zeugen“, sagt Walczok. „Das hier ist Geschichte hautnah“, sagte er.
Der heimliche Abzug
Die Lützower Jäger, die sich den französischen Truppen mit ihren verbündeten entgegengestellt hatten, erlebten in Lauenburg eine wahre Sternstunde ihres Widerstands. Der Heimatbund präsentierte zahlreiche historische Urkunden, Waffen und sogar eine Trommel, die sonst im Elbschifffahrtsmuseum ausgestellt ist. Den Recherchen nach verließen die Franzosen Lauenburg 1813 heimlich Richtung Schwerin: Sie umwickelten die Räder ihrer Wagen mit Stroh, um die Stadt über Nacht lautlos verlassen zu können.
„Dank unserer Untersuchungen haben wir ein tatsächliches historisches Bild der besonderen Schlacht am Lauenburger Stadtrand“, berichtet Walczok. Drei Tage lang dauerte das Gefecht im August 1813, das den Grundstein für den Sieg über die Besatzer bot. Damit war auch das Lauenburgische wieder von den Franzosen, die den Menschen zehn Jahre lang von 1803 bis 1813 erdrückende Vorgaben gemacht hatten, befreit.
Erstmals gab es am Wochenende neben dem Gefecht am Stadtrand auch eine Kanonade über die Elbe von und nach Hohnstorf sowie einen Kampf in den engen Straßen der Altstadt.
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