Deutlicher Pegelanstieg
Hochwasserwelle der Elbe rollt heran
Sonntag, 8. August 2010 16:57
- Von Timo Jann
Görlitz/Lauenburg. Die Hochwasser-Katastrophe im Osten Deutschlands an der polnischen Grenze hat verheerende Ausmaße angenommen. Die ersten Toten sind zu beklagen und die Sachschäden sind noch nicht absehbar.
Drei Menschen ertranken im Keller ihres Hauses an der Neiße in Görlitz, als Wassermassen das Gebäude in Sekunden fluteten. 1500 Menschen wurden bereits evakuiert. Auch Rettungstaucher Kurt Postier von der DLRG Geesthacht ist bereits auf dem Weg ins Einsatzgebet in Görlitz, um dort zusammen mit seinen Kollegen des DLRG-Landesverbands Hamburg die Retter im Hochwassergebiet zu unterstützen.
Nun rollt auch auf Lauenburg und Geesthacht wieder eine Hochwasserwelle der Elbe zu. Sie wird mit einem deutlichen Pegelanstieg am kommenden Wochenende die Elbestädte erreichen.
Innerhalb von 13 Stunden war der Pegel der Elbe in Schöna an der Grenze zu Tschechien bereits um drei Meter angestiegen. Der Pegel in Dresden meldete von Sonnabend auf Sonntag ein Plus von 3,49 Meter. Das Wasser stand in Dresden bei 5,46 Metern. Zum Vergleich: Bei der „Jahrhundertflut“ im August 2002 waren es 9,40 Meter, normal sind in der sächsischen Hauptstadt zwei Meter.
In Lauenburg stand der Elbepegel am Sonntag bei 4,54 Metern. Vor vier Jahren wurde der höchste Wasserstand der vergangenen Jahre registriert, der mit 9,12 Metern noch 42 Zentimeter höher als der Wert der „Jahrhundertflut“ war.
Weil nach den letzten Hochwasserlagen der Elbe die Deiche östlich von Lauenburg massiv verstärkt und erneuert wurden, werden künftige Hochwasser für Lauenburg deutlich höhere Wasserstände als früher mit sich bringen, da die Gefahr von Deichbrüchen reduziert wurde und damit mehr Wasser die Elbe herunter abfließen wird. In Dresden wird zur Zeit von weiter steigenden Pegelständen ausgegangen. Damit ist auch in Lauenburg am kommenden Wochenende mit einem deutlchen Anstieg des Wasserstandes gerechnet. Wie hoch das Wasser genau wird und ob es gefahrlos an der historischen Altstadt vorbei fließen wird, ist noch unklar.
Mit dem Tief „Wilhelmina“ droht neues Ungemach: Das Tief bringt neuen Regen, sagte Meteorologe Hans-Jürgen Langner vom Deutschen Wetterdienst.
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