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Lauenburgern platzt jetzt der Kragen

Lauenburg. Torsten Conrad vom Landesbetrieb Straßenbau hatte auf der Versammlung des Bürgerbündnisses „Lauenburg reicht’s!“ (BAB) keinen leichten Stand. Als er erklärte, dass das Abstimmungsgespräch über die Sperrung der B5 zwischen Geesthacht und Lauenburg für Lkw über 12 Tonnen nunmehr auf Mitte Juni verschoben sei, platzte den etwa 60 Anwesenden der Kragen.
Torsten Conrad (Landesbetrieb Straßenbau) bemühte sich um Schadensbegrenzung.
Foto: Richel
Torsten Conrad (Landesbetrieb Straßenbau) bemühte sich um Schadensbegrenzung.
Ein Anwohner brachte es auf den Punkt: „Verkehrsminister Jost de Jager hat am 3. März dieses Jahres vollmundig verkündet, dass die Verbotsschilder innerhalb von sechs Wochen aufgestellt werden. Offensichtlich weiß im Ministerium die linke Hand nicht, was die rechte tut. Oder warum können die verantwortliche Mitarbeiter sein Versprechen nicht umsetzen?“
Conrad bemühte sich um Schadensbegrenzung und versuchte, den Wortbruch des Ministers mit Abstimmungsproblemen der Länder Schleswig Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg und Brandenburg zu erklären. „Machen Sie das zum ersten Mal“, wollte Stadtvertreter Niclas Fischer (Grüne) wissen und auch Landtagsabgeordneter Olaf Schulze (SPD) wunderte sich: „Gibt es keine Rückkopplung zwischen dem Minister und der Verwaltung?“ Lediglich der Lauenburger Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann (CDU) warb um Verständnis für seinen Parteifreund de Jager: „Die ganze Sperrung muss großräumiger angelegt werden, als zwischen Geesthacht und Lauenburg. Das braucht seine Zeit“.
Heinz Victor, neben Dr. Bernhard Radomski und Günter Aviszus einer der drei neuen Koordinatoren des Bürgerbündnisses, bekräftigte noch einmal: „Wir bleiben bei unserer Forderung, die B5 in unserem Bereich schon für Lkw über 7,5 Tonnen zu sperren.“ „Dann müssen Sie die Straßenverkehrsordnung ändern“, konterte Conrad daraufhin. Auf die Frage eines Anwesenden, warum es woanders möglich sei, eine solche Sperrung vorzunehmen, argumentierte der Verkehrsexperte unter anderem mit einer errechneten, unzumutbaren, Lärmbelästigung, die eine Sperrung für Lkw über 7,5 Tonnen als Ausnahme zulassen würde. Das aber sei in Lauenburg nicht gegeben. Diese Begründung quittierten vor allem die Anwohner der B5 mit lautem Gelächter.
„Ich sehe den Abend mit einem weinendem und einem lachenden Auge“, antwortete BAB-Koordinator Heinz Victor auf die Frage nach dem Resümee der Veranstaltung. „Auf der einen Seite werden wir von Kiel wieder einmal verschaukelt. Auf der anderen Seite hat das Bürgeraktionsbündnis inzwischen mehr als 700 Mitglieder. Das ist eine Kraft, die nicht mehr zu überhören ist. Auch das hat der Abend gezeigt“
  • Das Bürgeraktionsbündnis „Lauenburg reicht`s!“ ruft alle Lauenburger und Bürger der Umgebung auf, sich an einer angemeldeten Demonstration am Donnerstag, 24. Juni zu beteiligen. Treffpunkt ist um 17 Uhr am Bahnhof. Die Demo verläuft entlang der Bundesstraße5 bis voraussichtlich zum Kreisel am Lidl-Markt.
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