18.05.10

Hitzler-Werft plant Stapellauf

Bei "Kietz" fehlt nur der Feinschliff

Lauenburg. "Kietz" wird er heißen, das steht bereits fest. Für den 9. Juni um 11 Uhr ist der Stapellauf für den ersten von drei neuen Eisbrechern geplant, die auf der Hitzler-Werft gebaut werden. In einem Jahr sollen alle drei Spezialschiffe startklar sein. Von Timo Jann

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Foto: Timo Jann

34 Meter lang und 8,60 Meter breit ist der erste von insgesamt drei neuen Eisbrechern für Oder und Elbe, die bei der Lauenburger Hitzler-Werft gebaut werden. Am Mittwoch, 9. Juni, um 11 Uhr beginnt der erste Stapellauf.

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Ein Blick von der Galerie der Werft auf die noch nicht komplett ausgestattete "Kiez". Zum Größenvergleich: Am oberen Bildrand sind eine Segel- und eine Motoryacht zu sehen.

Foto: Timo Jann

Die Schwesterschiffe der Kietz sind noch nicht so weit. Dieser solide Rumpf soll einmal Eisdecken zerdrücken.

Die beiden ersten Eisbrecher gehen zum Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) nach Eberswalde, werden von dort aus auf der Oder eingesetzt. Das dritte Schiff wird im Geesthachter Hafen stationiert, kommt auf der Elbe und in den Kanälen zum Einsatz. Gesamtkosten: 15 Millionen Euro.

Jeweils 1100 PS leisten die Schiffsdiesel der neuen Eisbrecher. "Unsere Konstruktionsabteilung hat die Aufgabenstellung des WSA, einen starken und flachen Eisbrecher zu bauen, optimal umgesetzt", schwärmt Werner Büker, technischer Leiter der Traditions-Werft. Um das Eis auf den Flüssen und Kanälen knacken zu können, ist es wichtig, dass die Schiffe mit geringem Tiefgang (1,40 Meter) auch in die Seitenbereiche der Gewässer kommen, die Maschinen einen geringen Verbrauch haben und das Gewicht der Eisbrecher ideal verteilt ist.

34 Meter lang sind die drei Eisbrecher jeweils. In der Breite messen sie 8,60 Meter. "Der sieht richtig gut aus", meint Werner Hinsch, der frühere Leiter des Elbschifffahrtsmuseums und Hitzler-Ingenieur, bei einem Besuch auf der Werft.

Der erste der drei Eisbrecher befindet sich bereits im Feinschliff. Der Schiffsrumpf ist rot lackiert, die Aufbauten glänzen in frischem Weiß. Das Deck soll grün gestrichen werden, die Reling bekommt einen schwarzen Anstrich. Das zweite Schiff ist in mehreren Einzelteilen bereits angelegt, Werftarbeiter schweißen Einzelteile zusammen. "Nach dem Stapellauf werden wir es umsetzen und montieren, dann haben wir Platz für den Baubeginn des dritten Eisbrechers", sagt Büker.

Neun dieser Schiffeliegen liegenschon heute im Geesthachter Hafen des WSA, vor allem um bei Eisgang den Abfluss am Stauwehr zu gewährleisten. Wenn Tauwetter einsetzt, brechen sie die Eisdecken auf der Elbe von Hamburg her, auf dem Elbe-Lübeck-Kanal und im Elbeseitenkanal auf. Ihren letzten großen Einsatz hatten die Eisbrecher in diesem Winter, als sie über Wochen Schwerarbeit leisteten. Auch im Januar 2009 waren sie zwei Wochen lang unterwegs, um eine Eisblockade, die mehr als 30 Kilometer von Geesthacht aus elbaufwärts reichte, aufzuknacken. Vor Lauenburg türmten sich die Eismassen damals sechs Meter hoch auf.

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