Verkehrsberuhigung
Schreckt Tempo 30 Lkw ab?
Mittwoch, 28. April 2010 17:45
- Von Marcus Jürgensen
Lauenburg. Im März hatten sie noch gefeiert: Als der Kieler Verkehrsminister Jost de Jager am 2. März ein Durchfahrtsverbot für Lkw über 12 Tonnen auf der Bundesstraße5 zwischen Lauenburg und Geesthacht ankündigte, war die Freude in der Elbestadt zunächst groß. Doch acht Wochen später ist noch keine Sperrung in Sicht.

Foto: Marcus Jürgensen
Tempo 30 für die Innenstadt? Diesen Vorschlag zur Beruhigung des Lkw-Verkehrs machte Bürgermeister Harald Heuer während der Stadtvertreter-Sitzung.
Während am Mittwoch die Stadtvertretung tagte, überraschte Bürgermeister Harald Heuer Politiker und Bürger mit einer neuen Möglichkeit, die Durchfahrt für Trucker unattraktiv zu machen: Die Bundesstraße5 könnte zwischen Posthofkreuzung und Kreisel eine Tempo-30-Zone werden. Die Verkehrsaufsicht des Kreises hat laut Bürgermeister bereits Zustimmung signalisiert .
Während gegen das Durchfahrverbot verstoßende Lkw-Lenker lediglich mit 20 Euro zur Kasse gebeten werden, würde ein Verstoß gegen das Tempolimit deutlich teurer sein – bis zum Verlust des Führerscheins. Heuer hofft, dass dies eine abschreckende Wirkung auf die Trucker hat.
In den vergangenen zehn Jahren ist der Schwerlastverkehr in Lauenburg stellenweise um rund 50 Prozent gewachsen. Im Osten der Stadt wurden damals auf der B5 10.628 Fahrzeuge gezählt, davon 1088 Laster. Bei der Zählung im vergangenen Jahr waren es 10.067 Fahrzeuge, jedoch 1769 schwere Lastkraftwagen.
Mit dem Durchfahrverbot sollten vor allem Mautflüchtlinge aus der Stadt verdrängt werden. „Das Ministerium versucht eine ‚konsensuale’ Abstimmung mit den Nachbarländern zu erreichen“, sagt Bürgermeister Heuer. Bedenken gegen die Lösung hat Mecklenburg angekündigt, Niedersachsen will gegen die Sperrung notfalls sogar klagen. Vom Bürgeraktionsbündnis (BAB) gegen den Lkw-Verkehr kommt heftige Kritik: „Offenbar hat man in Kiel keine Kenntnis über das Vorgehen für die geplante Sperrung. Wir erwarten dort aber so viel Sachverstand, dass man hätte wissen müssen, dass es in den Nachbarländern Widerstand gegen die Sperrung gibt“, kritisiert Maja Bienwald. Wie Bürger und Politik auf den neuen Vorstoß reagiert haben, berichten wir in unserer nächsten Ausgabe
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