google street view
Fotos über die Gartenhecke weltweit im Internet
Montag, 12. April 2010 16:46
- Von Elke Richel
Lauenburg. Es klingt faszinierend: Ohne sich vom Bildschirm weg begeben zu müssen, können sich Internetnutzer durch den neuen Google-Dienst Street View auf eine virtuelle Stadtrundfahrt an jeden Punkt der Erde begeben.
So zumindest sehen die Pläne des Internetriesen Google aus. Für diesen Kartendienst filmt Google Maps seit Jahren ganze Städte Haus um Haus mit 360-Grad-Kameras ab. Hierzulande sind die auffälligen Fahrzeuge seit 2008 unterwegs und noch in diesem Jahr will Google sein Deutschlandprojekt starten.
Doch genau dagegen formiert sich immer mehr Protest. Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragter Thilo Weichert ist der Meinung, dass Google Street View hierzulande nicht freigeschaltet werden darf. Weichert widerspricht der Behauptung von Google, eine automatische Bildbearbeitung sorge dafür, dass Menschen, die zufällig in Street View geraten, unkenntlich gemacht werden. „Google Street View ist in der momentan geplanten Ausgestaltung datenschutzrechtlich unbedenklich“, sagt dagegen Nicolaus Fargó, Professor am Institut für Rechtsinformatik an der Leibnitz Universität in Hannover.

Foto: dpa
So sieht die auffällige 360-Grad-Kamera aus, mit der Google street view über die Gartenhecken schaut. Im Einsatz ist sie hoch oben auf einem Autodach montiert.
„Wie sieht die Sache in Lauenburg aus?“, will jetzt die SPD-Fraktion wissen und hat für die Sitzung des Hauptausschusses am 20. April eine entsprechende Anfrage vorbereitet. Bauamtsleiter Reinhard Nieberg räumte auf Anfrage unserer Zeitung ein, dass dieses Thema noch nicht Gegenstand von Überlegungen der Verwaltung war. Das mache auch keinen Sinn, sagen Datenschützer übereinstimmend. Rechtlich gebe es gegen Google keine Handhabe. Nur Privatpersonen können Widerspruch einlegen und ihre Häuser unkenntlich machen lassen. Eine Kommune kann das nicht.
Die Stadt Ratingen nördlich von Düsseldorf will das nicht einfach so hinnehmen: Sie will von Google zumindest eine Art Gage zu verlangen. „Wenn sich das Abfotografieren an sich schon nicht verhindern lässt, wollen wir die Sache für Google zumindest ein bisschen unangenehmer machen“, so Stadtsprecherin Ulrike Elschenbroich.





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Hamburger Jung meint:
Spielt hier keine Rolle meint:
Sind wir hier bei twitter oder wie?