Schriftgröße: A A A
Logo der Bergedorfer Zeitung
http://www.bergedorfer-zeitung.de/lauenburg/article66669/Fotos_ueber_die_Gartenhecke_weltweit_im_Internet.html
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

Fotos über die Gartenhecke weltweit im Internet

Lauenburg. Es klingt faszinierend: Ohne sich vom Bildschirm weg begeben zu müssen, können sich Internetnutzer durch den neuen Google-Dienst Street View auf eine virtuelle Stadtrundfahrt an jeden Punkt der Erde begeben.
Zurück Bild 1 von 4 Weiter
Technisch ist es möglich, dass für den Google-Dienst Street View Aufnahmen aus der absoluten Privatsphäre gespeichert und veröffentlicht werden.
Foto: google
Technisch ist es möglich, dass für den Google-Dienst Street View Aufnahmen aus der absoluten Privatsphäre gespeichert und veröffentlicht werden.
So zumindest sehen die Pläne des Internetriesen Google aus. Für diesen Kartendienst filmt Google Maps seit Jahren ganze Städte Haus um Haus mit 360-Grad-Kameras ab. Hierzulande sind die auffälligen Fahrzeuge seit 2008 unterwegs und noch in diesem Jahr will Google sein Deutschlandprojekt starten.
Doch genau dagegen formiert sich immer mehr Protest. Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragter Thilo Weichert ist der Meinung, dass Google Street View hierzulande nicht freigeschaltet werden darf. Weichert widerspricht der Behauptung von Google, eine automatische Bildbearbeitung sorge dafür, dass Menschen, die zufällig in Street View geraten, unkenntlich gemacht werden. „Google Street View ist in der momentan geplanten Ausgestaltung datenschutzrechtlich unbedenklich“, sagt dagegen Nicolaus Fargó, Professor am Institut für Rechtsinformatik an der Leibnitz Universität in Hannover.
Google-Projekt "Street View"
Foto: dpa
So sieht die auffällige 360-Grad-Kamera aus, mit der Google street view über die Gartenhecken schaut. Im Einsatz ist sie hoch oben auf einem Autodach montiert.
Sein Gutachten könnte dazu führen, dass auch in Lauenburg bald die Kameraautos ihre Aufnahmen machen. Viele Städte wehren sich gegen diesen ungebetenen Besuch schon im Vorfelde mit Resolutionen, so zum Beispiel das niedersächsische Städtchen Sehnde.
„Wie sieht die Sache in Lauenburg aus?“, will jetzt die SPD-Fraktion wissen und hat für die Sitzung des Hauptausschusses am 20. April eine entsprechende Anfrage vorbereitet. Bauamtsleiter Reinhard Nieberg räumte auf Anfrage unserer Zeitung ein, dass dieses Thema noch nicht Gegenstand von Überlegungen der Verwaltung war. Das mache auch keinen Sinn, sagen Datenschützer übereinstimmend. Rechtlich gebe es gegen Google keine Handhabe. Nur Privatpersonen können Widerspruch einlegen und ihre Häuser unkenntlich machen lassen. Eine Kommune kann das nicht.
Die Stadt Ratingen nördlich von Düsseldorf will das nicht einfach so hinnehmen: Sie will von Google zumindest eine Art Gage zu verlangen. „Wenn sich das Abfotografieren an sich schon nicht verhindern lässt, wollen wir die Sache für Google zumindest ein bisschen unangenehmer machen“, so Stadtsprecherin Ulrike Elschenbroich.

Bergedorfer Zeitung Online

2 Kommentare
Hamburger Jung meint:
Ich sehe keine Fehler. Danke für den Beitrag. Insgesamt ist Google Street View eine noch völlig unterschätzte Problematik, die Kommunen aber sicher noch zu schätzen wissen werden. Baubehörden können beispielsweise sehr leicht illegal gebaute Garagen aufspüren.
Spielt hier keine Rolle meint:
Beim besten Willen sind mir das zu viele Rechtschreibfehler.
Sind wir hier bei twitter oder wie?

Onlineanzeigenannahme
nach oben
© Bergedorfer Zeitung 2008