„Kneipenzone" unerwünscht
Der Ruferplatz bleibt ein Zankapfel
Freitag, 5. März 2010 21:23
- Von Elke Richel
Lauenburg. Kurz vor dem Beginn der diesjährigen Touristensaison startet die SPD-Fraktion einen erneuten Versuch, die Nutzung des Rufer-Platzes als „Kneipen-Zone“ zu unterbinden.

Foto: Zill Architekten
Der ehemalige Dampfer-Anlegeplatz wurde für rund 450.000 Euro zum „Rufer-Platz“ umgestaltet und 2003 eingeweiht.
Vor fast genau einem Jahr hatten die Sozialdemokraten öffentlich moniert, die Wirte des Restaurants „Zum Rufer“ und des „Brau- und Brennhauses“ dulden Passanten nur dann an den Tischen, wenn sie auch etwas verzehren würden. Nach einem klärenden Gespräch mit Bürgermeister Harald Heuer soll dieser Streitpunkt inzwischen beigelegt sein.
Dies allerdings geht den Genossen nicht weit genug. Sie wollen dem Rufer-Platz in der Altstadt den offenen Charakter zurückgeben, den sich die Architekten vorgestellt hatten. Nach deren Plänen war lediglich auf einem Drittel des Platzes vorgesehen, Tische und Stühle zu stellen. Die Vision der Planer: „Eine Neuinterpretation des Ruferplatzes, als ein moderner, öffentlich nutzbarer Raum in der Altstadt mit größerer Nähe zur Elbe.“
„Davon ist jetzt überhaupt nichts mehr zu sehen“, klagt Siegfried Betge von der SPD. Allerdings betont er auch, dass es keinesfalls darum ginge, die Gastronomie gänzlich vom Platz zu jagen. „Es kann aber nicht sein, dass Tische und Stühle auch bei Wind und Wetter den Platz blockieren, egal ob draußen Gäste bedient werden, oder nicht“, so Betge.
Der Aufwand, Stühle und Tische täglich rein- oder rauszuräumen, dürfte den Wirten der beiden angrenzenden Lokale allerdings kaum schmackhaft zu machen sein. Zurzeit erhebt die Stadt nach Auskunft von Betge eine Sondernutzungsgebühr von 120 Euro pro Jahr.
Nach den Vorstellungen der SPD sollte diese Sondernutzungsgebühr deutlich angehoben werden und die tatsächliche Nutzungszeit berücksichtigen. „In der Marktsatzung der Stadt kostet eine Standfläche pro Tag und Quadratmeter 50 Cent. Dies muss auch für die Nutzung des Rufer-Platzes gelten“, so seine Begründung des Antrages, den die SPD auf der nächsten Sitzung des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen, Wirtschaft und Tourismus am kommenden Mittwoch einbringen wird.
Dieser Vorstoß ist für Rainer Staneck, Wirt des „Brau und Brennhaus“, ein Unding: „Die SPD zeigt wieder einmal, dass ihr Wirtschaft und Tourismus egal sind. Hier geht es um Existenzen.“ Persönliche Interessen einzelner SPD-Mitglieder seien der wahre Grund für den Antrag, behauptet der Wirt. Für das „Brau- und Brennhaus“ soll die diesjährige Freiluft-Saison am 15. März beginnen.

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Lauenburger meint:
Einige haben den Schuss echt nich gehört ...
Klaus D. meint:
Dieser Platz ist doch kommunal-öffentlicher Raum und kein Privatgrundbesitz mehr wie vor dem Krieg.