Durchfahrtsverbot
Proteste haben sich gelohnt: Lkw aus Lauenburg verbannt
Mittwoch, 3. März 2010 20:44
- Von Timo Jann
Lauenburg. Die Nachricht verbreitete sich gestern in Windeseile und schlug in Lauenburg wie eine Bombe ein: Das Kieler Verkehrsministerium leitet die Schritte für ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen über zwölf Tonnen in Lauenburg ein.

Foto: Timo Jann
Schwere Laster werden künftig aus Lauenburg verbannt.
Die Bundesstraße 5 wird damit zur Sperrzone für alle, die in der Stadt nichts anliefern wollen. Die „Maut-Flüchtlinge“, die die Menschen in der Stadt nerven, sollen auf die Autobahn 24 verbannt werden. Auch für Geesthacht wird das Durchfahrtsverbot eine spürbare Entlastung beim Schwerlastverkehr bringen.
Auf Initiative der CDU im Kieler Landtag hatte gestern der Verkehrsausschuss des Landes über die Situation beraten. Der aus Lauenburg stammende CDU-Abgeordnete Markus Matthießen hatte für die Diskussion gesorgt. „Das ist ein Ergebnis der vielen Hintergrundgespräche, die gelaufen sind“, freute er sich über die Ankündigung von Verkehrsminister Jost de Jager (CDU), die B 5 künftig für schwere Lastwagen zu sperren, deren Start- und Zielort außerhalb eines Umkreises von 75 Kilometern um Lauenburg liegt.
„Das ist ein Erfolg, für den wir lange und energisch gekämpft haben und den wir uns erhofft hatten“, erklärte Maja Bienwald, die Sprecherin des Bürgeraktionsbündnisses gegen den Schwerlastverkehr. Sie hatte die Beratungen direkt in Kiel verfolgt und war erleichtert. „Vielleicht kehrt dann endlich wieder Ruhe in der Stadt ein, der Anteil der Laster hat es ja zuletzt unerträglich gemacht.“
Jetzt muss zunächst geprüft werden, in welchem Bereich tatsächlich das Durchfahrtsverbot für Lkw mit einem Gesamtgewicht von mehr als zwölf Tonnen eingerichtet werden kann. Ziel soll es sein, den Menschen in Lauenburg nur noch den Verkehr zuzumuten, der örtlich oder regional nötig ist. Langfristig strebt das Ministerium laut de Jager für die zehn Kilometer lange Ausweichstrecke zwischen Lauenburg und Geesthacht eine Maut an. Diese Lösung brauche aber einen weitaus längeren Vorlauf, sagte der Minister.
„Es wird aber nicht ausreichen, lediglich Schilder aufzustellen. Die Einhaltung des Verbots muss auch überwacht werden, und Verstöße müssen spürbare Sanktionen zur Folge haben“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Olaf Schulze aus Geesthacht. Er dankte den Bürgern ausdrücklich für ihr großes Engagement.
„Eine komplette Entlastung der Stadt wird kaum möglich sein, dazu müssen wir die Pläne für die Ortsumgehung in den nächsten Jahren weiter verfolgen, um die Lücke in den Umgehungen zwischen Boizenburg und der A 25 zu schließen“, erklärte Matthießen. Er kündigte gestern an, in der kommenden Woche weitere Einzelheiten zum geplanten Durchfahrtsverbot im Kieler Ministerium zu besprechen. „Die Wirtschaft vor Ort braucht sich jedenfalls nicht zu sorgen“, so Matthießen.
Voraussichtlich wird das Verbot schon in sechs Wochen in Kraft treten. Schätzungen gehen davon aus, dass dann mehr als die Hälfte des Schwerlastverkehrs entfallen wird.
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