Schneeschmelze
Elbepegel steigt und steigt
Montag, 1. März 2010 15:51
- Von Timo Jann
Lauenburg. Jetzt kann es für Lauenburg wieder ganz dicke kommen: Die Elbe führt nach dem Tauwetter und den Regenfällen der vergangenen Tage bereits Hochwasser. Und täglich steigt das trübe Wasser weiter.
Die Elbuferpromenade vor Lauenburgs Altstadt ist bereits überschwemmt und gesperrt. Am Montag stand das Wasser am Hohnstorfer Pegel bereits mehr als 5,60 Meter hoch. Ein Plus von einem Meter in einer Woche.
Während die Bebauung in Hohnstorf durch einen Deich und eine Mauer geschützt ist, bedrohen die Wassermassen Lauenburgs Altstadt direkt.

Foto: Timo Jann
Der Touristenpegel auf der Lauenburger Seite zeigt die historischen Höchststände der vergangenen Elbe-Hochwasser an. Amtliche Wasserstände liefert aber nicht. Die gibt es auf der anderen Elbseite in Hohnstorf.
„Noch sehe ich die Lage entspannt, aber so, wie das Wasser derzeit im Osten ansteigt, ahne ich nicht viel Gutes auf Lauenburg zukommen“, sagt Gastwirt Uwe Melzner. In Dresden steigt der Pegel zurzeit enorm, teilweise um 70 Zentimeter in 24 Stunden. Eine Woche dauert es, ehe diese Wassermassen aus Sachsen in Lauenburg ankommen. „Da kommt noch einiges runter“, sagt Melzner. Noch hofft er auf ein gutes Geschäft durch Schaulustige, die sich das Hochwasser ansehen wollen. „Aber wenn es so schlimm kommt wie vor vier Jahren, dann geht hier nichts mehr“, erklärt er. „Letztes Mal hat man uns vorsorglich den Strom abgestellt“, erinnert sich Nadine Kaast.
Ob es diesmal wirklich schlimm wird, ist noch nicht absehbar. Aber die Daten der elektronischen Wasserstandsinformation im Internet unter www.Elwis.de deuten auf einen kräftigen Anstieg der Pegelwerte hin.
Bei den Fluten in den vergangenen Jahren galten neben der Altstadt auch das Ensemble an der Palmschleuse sowie der Deich vor dem Industriegebiet an den Söllerwiesen als Schwachpunkte im Lauenburger Hochwasserschutz. Beide sind mittlerweile durch Millionen-Investitionen gesichert. Der Deich wurde komplett erneuert, und um die Palmschleuse herum kann im Notfall eine mobile Schutzwand aufgebaut werden. Doch die Häuser der Altstadt sind weiterhin schutzlos den Wassermassen ausgeliefert. Die Eigentümer konnten sich nicht zu einem Ensembleschutz durchringen, weil sie keinen Grundbuch-Eintrag wollten, der im Bedarfsfall Einsatzkräften den Zutritt auf die Grundstücke genehmigt hätte. Das Land hätte 80 Prozent der Baukosten für einen gemeinsamen Hochwasserschutz getragen. Nun ist jeder Anwohner weiter auf sich selbst gestellt – und muss auf Hilfe von ehrenamtlichen Einsatzkräften hoffen.
„Wir erwarten in den nächsten drei Tagen einen Anstieg bis auf 6,20 Meter, für alles danach muss man neue Niederschläge und die weitere Wetterentwicklung abwarten“, sagt Silke Schreier vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Lauenburg. An der Elbe und an der Saale weit flussaufwärts sind bereits Alarmstufen ausgelöst.





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Klaas meint:
Dabei gibt die gegenüber liegende Gemeinde Hohnstorf ein äusserst positives Beispiel wie es richtig gemacht werden muß.