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Elbepegel steigt und steigt

Lauenburg. Jetzt kann es für Lauenburg wieder ganz dicke kommen: Die Elbe führt nach dem Tauwetter und den Regenfällen der vergangenen Tage bereits Hochwasser. Und täglich steigt das trübe Wasser weiter.
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Promenade ade. Wo sonst Spaziergänger am Wasser flanieren schwappt die Elbe gegen die Häuser.
Foto: Timo Jann
Promenade ade. Wo sonst Spaziergänger am Wasser flanieren schwappt die Elbe gegen die Häuser.
Die Elbuferpromenade vor Lauenburgs Altstadt ist bereits überschwemmt und gesperrt. Am Montag stand das Wasser am Hohnstorfer Pegel bereits mehr als 5,60 Meter hoch. Ein Plus von einem Meter in einer Woche.
Während die Bebauung in Hohnstorf durch einen Deich und eine Mauer geschützt ist, bedrohen die Wassermassen Lauenburgs Altstadt direkt.
Der Touristenpegel  auf der Lauenburger Seite zeigt die historischen Höchststände der vergangenen Elbe-Hochwasser an.  Amtliche Wasserstände liefert aber nicht. Die gibt es auf der anderen Elbseite in Hohnstorf.
Foto: Timo Jann
Der Touristenpegel auf der Lauenburger Seite zeigt die historischen Höchststände der vergangenen Elbe-Hochwasser an. Amtliche Wasserstände liefert aber nicht. Die gibt es auf der anderen Elbseite in Hohnstorf.
„Ab einem Wasserstand von 6,70 Metern steht bei uns im Keller das Wasser“, berichtet Nadine Kaast, Mitarbeiterin des Restaurants „Zum Rufer“ direkt am Rufer-Platz an der Elbstraße. 2006, bei der bisher letzten schweren Flut, mussten Einsatzkräfte den Keller des Altstadthauses sogar fluten, damit er dem Wasserdruck standhält. 2006 kam das massive Hochwasser innerhalb einer Woche auf Lauenburg und Geesthacht zu. Höher noch als das „Jahrhunderthochwasser“ vom August 2002. Der Pegel bei Hohnstorf stieg auf 9,12 Meter, teilweise stand in Lauenburg Wasser in der Elbstraße.
„Noch sehe ich die Lage entspannt, aber so, wie das Wasser derzeit im Osten ansteigt, ahne ich nicht viel Gutes auf Lauenburg zukommen“, sagt Gastwirt Uwe Melzner. In Dresden steigt der Pegel zurzeit enorm, teilweise um 70 Zentimeter in 24 Stunden. Eine Woche dauert es, ehe diese Wassermassen aus Sachsen in Lauenburg ankommen. „Da kommt noch einiges runter“, sagt Melzner. Noch hofft er auf ein gutes Geschäft durch Schaulustige, die sich das Hochwasser ansehen wollen. „Aber wenn es so schlimm kommt wie vor vier Jahren, dann geht hier nichts mehr“, erklärt er. „Letztes Mal hat man uns vorsorglich den Strom abgestellt“, erinnert sich Nadine Kaast.
Ob es diesmal wirklich schlimm wird, ist noch nicht absehbar. Aber die Daten der elektronischen Wasserstandsinformation im Internet unter www.Elwis.de deuten auf einen kräftigen Anstieg der Pegelwerte hin.
Bei den Fluten in den vergangenen Jahren galten neben der Altstadt auch das Ensemble an der Palmschleuse sowie der Deich vor dem Industriegebiet an den Söllerwiesen als Schwachpunkte im Lauenburger Hochwasserschutz. Beide sind mittlerweile durch Millionen-Investitionen gesichert. Der Deich wurde komplett erneuert, und um die Palmschleuse herum kann im Notfall eine mobile Schutzwand aufgebaut werden. Doch die Häuser der Altstadt sind weiterhin schutzlos den Wassermassen ausgeliefert. Die Eigentümer konnten sich nicht zu einem Ensembleschutz durchringen, weil sie keinen Grundbuch-Eintrag wollten, der im Bedarfsfall Einsatzkräften den Zutritt auf die Grundstücke genehmigt hätte. Das Land hätte 80 Prozent der Baukosten für einen gemeinsamen Hochwasserschutz getragen. Nun ist jeder Anwohner weiter auf sich selbst gestellt – und muss auf Hilfe von ehrenamtlichen Einsatzkräften hoffen.
„Wir erwarten in den nächsten drei Tagen einen Anstieg bis auf 6,20 Meter, für alles danach muss man neue Niederschläge und die weitere Wetterentwicklung abwarten“, sagt Silke Schreier vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Lauenburg. An der Elbe und an der Saale weit flussaufwärts sind bereits Alarmstufen ausgelöst.
1 Kommentar
Klaas meint:
Jetzt recht sich auf fatale Weise die kapitalistische Denkweise der Besitzer der Häuser am Wasser. Anstatt sich gemeinsam für immer durch eine Flutmauer zu schützen (kostet natürlich eine große Investition) grenzen sie sich gegenseitg ab und wenn dann alles am absaufen ist dann ist das Gejammer wieder groß. Hier hilft nur "Zwang zum Glück".
Dabei gibt die gegenüber liegende Gemeinde Hohnstorf ein äusserst positives Beispiel wie es richtig gemacht werden muß.
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