Osterwold-Halle
„Wer Kultur macht, ist mir willkommen“
Freitag, 26. Februar 2010 17:43
- Von Elke Richel
Lauenburg. Als „Juwel“ bezeichnete Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) die Osterwold-Halle und lies es sich nicht nehmen, persönlich zur Einweihung des Schmuckstücks im vergangenen Jahr nach Lauenburg zu kommen.

Foto: Richel
Die Osterwold-Halle wurde nach der aufwändigen Sanierung im vergangen Jahr wieder eröffnet.
1,2 Millionen Euro kostete die Sanierung und jährlich zahlt die Stadt rund 18.000 Euro für den Unterhalt des Gebäudes. Dass so eine Einrichtung professionell betrieben werden muss, versteht sich von selbst.
Doch von Anfang an gab es Irritationen zum Pachtvertrag mit Thomas Schöning. Während die Stadt darauf bestand, dass Lauenburger Kulturschaffende die Halle grundsätzlich kostenlos nutzen dürfen, las der Betreiber den Vertrag offensichtlich ganz anderes. Er brummte den Nutzern eine Kostenpauschale für Verbrauchsmittel in Höhe von 110 Euro auf (wir berichteten).
Vermutungen, dass der Vertrag eventuell so schwammig gestaltet wurde, dass es zu diesen unterschiedlichen Auslegungen kommen konnte, räumte Bürgermeister Harald Heuer während eines Pressegespräches vom Tisch. Unmissverständlich machte er klar, dass die scheinbar strittigen Fragen im Vertrag eindeutig geregelt seien. Nicht nur die Forderung von 110 Euro wäre unrechtmäßig, sondern auch die Beschränkung auf zwei kostenfreie Nutzungstage pro Verein und Jahr, einschließlich der notwendigen Proben. Warum Schöning dennoch versuchte, durch die Kostenpauschale seine vertraglichen Verpflichtungen auf die meist ehrenamtlichen Vereine umzulegen, ließ er offen. „Ich sage dazu gar nichts“, so seine stereotype Antwort auf entsprechende Nachfragen.
Stattdessen betonte er, dass er auf die Zusammenarbeit mit allen Kulturschaffenden der Stadt größten Wert legen würde. Er räumte ein, dass er selbst noch lernen würde und dass das erste Jahr in einem neuen Metier nie ganz unproblematisch sei. „Wir machen so viel Werbung, aber es kommen einfach nicht genug Leute, dass sich die Veranstaltungen auch finanziell rechnen lassen“, so der Geschäftsmann. Trotzdem sei die Osterwold-Halle gut ausgelastet, versichert er. Dies griff Heuer auf und bat darum, den Belegungsplan online zu stellen, damit sich Vereine und Kulturschaffende mit ihrer Terminplanung darauf einrichten können. Ein Wunsch, dem Schöning gern entsprach. Überhaupt betonte er immer wieder, dass er ausdrücklich mit allen Kulturschaffenden der Stadt den Dialog suchen würde. In absehbarer Zeit werde es ein Gespräch mit allen geben, die Interesse an der Nutzung der Osterwold-Halle haben. „Wer Kultur macht, ist mir willkommen“, versicherte er wiederholt.
Auch wenn das offensichtlich deutliche Gespräch zwischen der Stadt als Eigentümer der Halle und dem Betreiber Früchte trägt, bleibt zu hoffen, dass bisher nicht zu viel Porzellan zerschlagen wurde. Theaterchef Andreas Püst hat sich enttäuscht mit mehreren Projekten aus der Osterwold-Halle zurückgezogen und auch die Volkshochschule sieht im Moment keine Basis der Zusammenarbeit.
Vielleicht ist es jetzt aber auch Zeit für einen Neuanfang. Dann auch das machte Heuer unmissverständlich deutlich: „Die Halle gehört den Lauenburgern.“
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