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Traum vom „flüsternden“ Asphalt

Lauenburg. „Wir waren von dem Vorschlag auch überrascht“, wundert sich Lauenburgs Bauamtsleiter Reinhard Nieberg.
Mit mindestens 60 Stundenkilometern müsste dieser holländische Lkw über die Lauenburger Straßen donnern, damit der angepriesene „Flüsterasphalt“ Wirkung zeigt.
Foto: Richel
Mit mindestens 60 Stundenkilometern müsste dieser holländische Lkw über die Lauenburger Straßen donnern, damit der angepriesene „Flüsterasphalt“ Wirkung zeigt.
Ohne Absprache mit der Stadt rückten die Vertreter aus dem Landesverkehrsministerium während der Informationsveranstaltung zur Verkehrszählung mit dem Vorschlag raus, sogenannten „Flüsterasphalt“ auf die B5 im Stadtgebiet aufzutragen. An sich eine gute Sache: Eine spezielle, besonders offenporige Fahrbahndecke kann die Luft unter den Reifen und damit die Fahrtgeräusche schlucken.
Das Ganze hat aber nicht nur einen Haken, sondern gleich mehrere. Erstens: Der Geräuschpegel durch die rollenden Lkw-Reifen ist erst ab einer Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometern so relevant, dass er das Motorengeräusch übertönt. Zweitens: Die Geschwindigkeit auf dem „Flüsterasphalt“ muss mehr als 50 Stundenkilometer betragen, damit die selbstreinigende Wirkung durch den Sogeffekt der Autoreifen zum Tragen kommt. Ansonsten muss die gesamte Fahrbahn einschließlich der Entwässerungsanlagen zwei Mal im Jahr „gewaschen“ werden, was pro Reinigung etwa 6000 bis 8000 Euro kostet. Drittens: Der Anteil des Lkw-Verkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen darf aufgrund der Anfahr-, Brems- und Kurvenfahrbewegungen und der hierdurch entstehenden Schubbeanspruchungen im Asphalt nicht zu hoch sein.
Zu diesen Ergebnissen kam man im vergangenen Jahr im mittelfränkischen Erlangen und verzichtete genau aus diesen Gründen auf den „Flüsterasphalt“ im Stadtgebiet.
Zu ähnlichen Erkenntnissen kam man im niedersächsischen Braunschweig. Ein durch die Stadt beauftragtes Gutachten bestätigt: „Nur auf Straßen, die mit mehr als 70 km/h befahren werden, macht sich der Flüsterasphalt lärmmindernd bemerkbar.“ Übrigens: Seit 2005 besteht für die Brauschweiger Innenstadt ein Lkw-Durchfahrtsverbot.
Im sächsischen Städtchen Aue plagen sich die rund 18.000 Einwohner ebenfalls mit Mautflüchtlingen herum, dort auf der B169. Eines wird jedoch ausgeschlossen – der „Flüsterasphalt“ im Stadtgebiet. Begründung: „Flüsterbelag“ wirkt ab einer Geschwindigkeit von mindestens 60 km/h. Aus diesen Gründen wird in Sachsen der Einbau solcher Belege innerorts nicht realisiert“, heißt es im Gutachten des Ingenieurbüros Sachs.
Auch in Lauenburg ist man gegenüber der Kieler Idee ausgesprochen skeptisch. „Wir prüfen sehr genau, ob der Einsatz von „Flüsterasphalt im Innenstadtbereich in Frage kommt“, versichert Amtsleiter Reinhard Nieberg. Traum vom „flüsternden“ Asphal
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