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Bücherei will Lernzentrum werden

Lauenburg . „Auf uns kommen immer mehr pädagogische Aufgaben zu“, eröffnete Diplom-Bibliothekar Thomas Patzner das Gespräch mit den Politikern aller Fraktionen und erläuterte seine vorläufige Arbeits- und Zuständigkeitsgrundlage für die Zukunft der Bücherei am Weingarten.
Thomas Patzner hofft auf mehr Personal und mehr Geld.
Foto: maja bienwald
Thomas Patzner hofft auf mehr Personal und mehr Geld.
Patzner erhofft sich für sein Konzept breite Unterstützung durch die Politik. Es basiert auf einer gründlichen Umfeldanalyse und wird ergänzt durch Problemlagen in der Stadt. Es mündet in Zielen, die die Bücherei zukünftig verbindlich erfüllen will.
Handlungsauftrag einer Bücherei ist die Volksbildung: Die Bücherei erreicht in 28 Öffnungsstunden pro Woche 236 Besucher – den Onlinebenutzerkatalog und den SMS-Service kann man täglich rund um die Uhr nutzen. Es stehen 380.000 Medien über den regionalen und 2.8 Millionen über den wissenschaftlichen Leihverkehr zur Verfügung. Patzner sieht sich damit gut aufgestellt, „will und muss“ sich aber in der Leistungsfähigkeit mit anderen Bibliotheken messen lassen.
„Wir müssen Schwerpunkte setzen“, unterstrich der Büchereileiter trotz der prekären finanziellen Lage der Stadt seine Hoffnung auf mehr Geld. Vielleicht deshalb wollten die Politiker um Ausschuss-Vorsitzenden Markus Matthießen zunächst nur vorberaten, um dann in den Fraktionen einen Konsens zu finden. Patzner zeigte Verständnis, blieb aber hartnäckig: „Ich setze darauf, dass die Messbarkeit der Zielerreichung auch Verbindlichkeit für Verwaltung und Politik bietet.“
Die Problemlagen für Lauenburg haben Patzner und sein Team in „mangelnder Lesekompetenz, im demografischen Wandel, im Länger-Arbeiten-Müssen und im Zerbrechen des sozialen Umfeldes innerhalb der Familien“ festgestellt. Seine Vision für die Bücherei der Zukunft: „Wir wollen ein Argument für die Schulwahl sein, Kooperation mit sozialen und kulturellen Institutionen, Medienvielfalt, Lernzentrum, Dienstleistung und technische Innovation bieten.“ Damit hat der Leiter der Bücherei die Ziele hoch gesteckt, kann aber auf die bisherigen Erfolge mit Stolz zurückblicken: Das Leseförderprogramm, das Bücherei und Grundschule in Kooperation den rund 400 Schulkindern bieten, ist im Landesvergleich spitze – den Leseraben Antolin, der den Kindern per Internet Fragen zu gelesenen Büchern und Heften stellt und damit ihre Lesekompetenz ermittelt, kennen immer noch nicht alle Grundschulen des Landes.
„Lesen können ist Grundvoraussetzung für den verantwortungsvollen Umgang mit dem Computer, aber auch für den Beruf“, sagt Thomas Patzner und wirbt bei der Politik dafür, dass er durch eine bessere Personalausstattung mehr Zeit bekommt, in Sachen Berufseinstieg, Jobsuche und Weiterbildungsmöglichkeiten unterstützend auch als Medienberater eingreifen zu können
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