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Raddampfer "Kaiser Wilhelm": Mit Sorgen in den Winter

Lauenburg. Die Besatzung des Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ ist stolz auf den Verlauf der 39. Saison. Doch für die 40. werden dringend Helfer gesucht.
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Heinz Bielefeld, Erster Kapitän Peter Todt, Einsatzleiter Dr. Ernst Schmidt und Maschinist Detlef Bülow (von links) holen nach der letzten Fahrt den Postwimpel ein.
Foto: Bienwald
Heinz Bielefeld, Erster Kapitän Peter Todt, Einsatzleiter Dr. Ernst Schmidt und Maschinist Detlef Bülow (von links) holen nach der letzten Fahrt den Postwimpel ein.
Stolz auf den Verlauf der 39. Saison auf der Oberelbe, die am Sonntag mit einer Fahrt nach Bleckede und zurück endete, und doch mit Sorgenfalten auf der Stirn geht die ehrenamtliche Besatzung des Raddampfers „Kaiser Wilhelm“ in die Winterpause. Mehr als 200 Passagiere waren am Sonntag mit an Bord und trieben die Statistik in die Höhe. „Obwohl wir wegen des Schadens an der Dampfmaschine ein Wochenende ausfallen lassen mussten, haben wir mit 4700 Fahrgästen die Zahl des Vorjahres erreicht“, freut sich Einsatzleiter Dr. Ernst Schmidt. Zu den Gästen der letzten Fahrt gehörte auch ein Shantychor aus Schwerin, der die Gäste während der Fahrt unterhielt und nach dem Anlegen mit einem stimmgewaltigen „Rolling Home“ nach Hause verabschiedete. Viele hatten einen weiten Heimweg: „Vor allem Kleingruppen und Familien reisen gezielt zu unseren Fahrten nach Lauenburg. Laut einer Umfrage liegt der mittlere Anreiseweg bei 140 Kilometern“, berichtet Dr. Schmidt.
Stolz sind er und der ebenfalls auf das Briefgeheimnis verpflichtete Heinz Bielefeld aus der Schiffspoststelle zudem auf ein „behördliches Element“ an Bord. Während der Fahrt am 13. September, auf der zahlreiche Briefmarkensammler Karten und Umschläge mit dem exklusiven Sonderstempel zum 800-jährigen Stadtjubiläum verzieren ließen, überreichte ein Vertreter der Post einen Wimpel mit dem Posthorn, der jetzt bei jeder Fahrt am Mast hochgezogen wird: „Der darf nur von den 35 deutschen Schiffen mit Poststelle verwendet werden“, erklärt Schmidt.
Sorgen bereitet ihm die Vorbereitung auf die 40. Saison des Dampfers. Problematisch ist vor allem die Suche nach einem Winterliegeplatz: Ob es erneut eine Sondergenehmigung des Wasser- und Schifffahrtsamtes für die Nutzung des Kais neben der Hitzler-Schiffbauhalle geben wird, ist ungewiss. Dagegen spricht, dass große Schiffe nach dem Entladen am Lösch- und Ladeplatz Horster Damm oberhalb der Schleuse den Weg zur Elbe nur im Rückwärtsgang zurücklegen können. Die Behörde befürchtet Kollisionsgefahr, weil sich auf der anderen Seite der engen Ausfahrt der Hitzler-Reparaturkai befindet. Auch die Nutzung eines Liegeplatzes im Hafen wird diskutiert, selbst der Umzug in den Boizenburger Hafen. Dr. Schmidt hält sich bedeckt: „Noch ist alles in der Schwebe.“
In der kalten Jahreszeit muss er sich zudem – wie nach jeder Saison – auf die Suche nach qualifiziertem Personal für die alte Technik des Raddampfers begeben: „Als unser Dampfer 1970 nach Lauenburg geholt wurde, gab es viele Helfer, die bis 1961 im Liniendienst auf den Lauenburger Dampfschiffen der Reederei Basedow gefahren waren. Diese Generation gibt es nicht mehr und heute erhalten die jungen Leute zwar eine qualifizierte Ausbildung an modernen Maschinen, mit unserer Technik hat das aber nichts mehr zu tun. Außerdem kann man den Umgang mit Dampfmaschinen nur an Fahrtagen erlernen und die können wir im Winter nicht bieten.“
Dennoch hofft Dr. Schmidt, dass sich wieder Freiwillige finden, die die ehrenamtliche Besatzung unterstützen können: Wer Interesse hat, kann sich unter Telefon (0 41 02) 6 17 35 (mittwochs und donnerstags von 18 bis 20 Uhr) beim Einsatzleiter melden.
1 Kommentar
Klaus-Dieter meint:
...wenn diese Attraktion eingestellt wird dann benötigt die Stadt auch keinen Schrägaufzug mehr....es ist zu schade das es die Stadt Lauenburg mit ihrer tollen Altstadt und dieser Lage einfach nicht in die Riege der Tourist-Magneten-Städte aufzusteigen. Als Besucher zum Umzug anlässlich des 800jährigen Stadtjubiläums mußte ich feststellen das diese Veranstaltung sehr " lahm " ablief - fast nur externe Gruppen aus anderen Städten, nur ein Laufblock mit einigen ausländischen Miteinwohnern ( wo ist da die Integration auch optisch zu sehen gewesen ? ), sehr wenig Selbstdarstellung mit Bezug auf die Stadtgeschichte und die Zukunft dieser Stadt - Lebensfreude und Lebenslust war sehr verhalten dargestellt. Und nun steht auch noch die Zukunft des Dampfer Kaiser Wilhelm auf der Kippe - alles sehr schade....

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