Maschinenschaden
Der "Kaiser" schnauft nicht mehr
Mittwoch, 15. Juli 2009 18:52
- Von Timo Jann
Lauenburg. 168 PS leistet die Zweifach-Expansionsdampfmaschine, die den historischen Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ antreibt. Wenn sie denn funktioniert. Und genau das ist zurzeit nicht der Fall.
Seit dem Wochenende liegt das 57,20 Meter lange Schiff fest. Maschinenschaden. Die genaue Ursache ist noch unklar.
„Das ist eine sehr diffizile Sache. Wir sind zusammen mit Experten dabei, die Gründe der Probleme aufzuspüren“, berichtet Betriebsleiter Dr. Ernst Schmidt. Die betroffene Dampfmaschine ist genauso alt wie der Raddampfer selbst – 109 Jahre. Bisher gehen Schmidt und seine Kollegen der Crew davon aus, das Schiff bis zu den nächsten Touren am 25. und 26. Juli (jeweils um 9.15 und 14.45 Uhr nach Bleckede) wieder fahrtüchtig zu bekommen.
„Irgendetwas stimmt nicht mit der Dampfverteilung“, erklärt Schmidt. Bei der Fahrt am Wochenende trat das Problem plötzlich auf. „Wir haben aber alle Passagiere wie gewohnt sicher an Land gebracht“, sagt der Betriebsleiter. Sobald der Schaden an der Dampfmaschine lokalisiert ist, wollen die Besatzungsmitglieder – notfalls mit Unterstützung der Hitzler-Werft – die Sache beheben.
Der „Kaiser Wilhelm“ wurde im Mai 1900 von der Dresdener Maschinenfabrik und Schiffswerft AG (Baunummer386) an die Oberweser Dampfschifffahrt geliefert. Der Verein zur Förderung des Lauenburger Elbschiffahrtsmuseums hat das Schiff 1970 übernommen. Seit 1971 fährt es in den Sommermonaten auf der Elbe. „Der Kaiser“ steht unter Denkmalschutz und gilt wegen seiner Originalität als technisches und kulturelles Zeitdokument. Für den Tourismus in Lauenburg ist der Raddampfer eines der Aushängeschilder.
Am 24. Juli um 18.15 Uhr zeigt das NDR-Fernsehen einen Bericht von einer Fahrt des Schiffes nach Bleckede.



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