Lauenburg vor 50 Jahren

Wann kommen Hafen und der neue Marktplatz?

Am 10. Januar 1967 lag Lauenburg unter einer dicken Schneedecke.

Foto: Elke Richel / BGZ

Am 10. Januar 1967 lag Lauenburg unter einer dicken Schneedecke.

Lauenburg. In unregelmäßiger Folge blättern wir in den Ausgaben unserer Zeitung von 1967. Was hat die Lauenburger vor 50 Jahren bewegt?

„Bei auffrischenden Winden aus West bis Südwest ist ab Mittag mit weiteren Schneefällen zu rechnen, die in der Nacht langsam abschwächen. Die Temperaturen betragen weit unter Null Grad“, steht in der Lauenburgischen Landeszeitung vom 11. Januar 1967.

Schipperhöge – Streng nach alter Sitte

Gestern war der erste Tag der Lauenburger Schipperhöge. „Seit mehr als 300 Jahren hat sich nichts geändert. Streng nach den alten Satzungen verlief die Jahreshauptversammlung im Hotel Stappenbeck. 135 Mitglieder zählt die Schifferbrüderschaft im Jahre 1967. Als Gäste begrüßte Ältermann Heinz Thiedemann unter anderem den Amtspatron Hermann Franck und Oberregierungsrat Gehrs“, schreibt ein Redakteur und ein anderer war mit der „Lustigen Person“ unterwegs: „Manch einer der auswärtigen Fahrer wirkte gestern leicht verstört, wenn ein Verkehrspolizist ihren Wagen stoppte, weil eine kunterbunt gekleidete maskierte Person , umringt von einem Kinderschwarm, auf der Fahrbahn den Vorrang hatte.“

Wann kommt der neue Hafen?

Aber nicht nur die uralten Tradition der Schifferstadt beschäftigen die Lauenburger in diesen Tagen. Die Berufsschiffer treiben ganz andere Sorgen um. „Mit der Hafenplanung endlich zum Ziel kommen“, titelt die Zeitung heute vor 50 Jahren und berichtet über eine lebhafte Diskussion bei der Jahreshauptversammlung des Lauenburger Schiffervereins von 1869.

Lauenburger Politikern weht Kritik entgegen

„In der Diskussion werden Bürgermeister Franck und Stadtbaumeister Wegener von 72 Mitgliedern gleich richtig aufs Korn genommen“, hatte der Redakteur am Vorabend bei der Versammlung im Alten Schifferhaus notiert. Im Mittelpunkt der Klagen der Schiffer standen die unzureichenden Liegeplätze und die Beleuchtung der Elbbrücke, die nachts nur für Eingeweihte passierbar sei. Der Vorsitzende Franz Fischer bedauerte zudem, dass der Vorstand keine Einladungen mehr zu den Sitzungen des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr im Stadtparlament erhalten würde. Kein Wunder, schließlich sei in der neuen Stadtvertretung kein Schiffer mehr, stichelte Fischer.

Bürgerkomitee fordert „sinnvolle Stadtkernplanung“

Aber auch andere Kritik müssen sich die Lauenburger Politiker des Jahres 1967 gefallen lassen. Für fünf Millionen Mark plant die Stadt den Bau einer Tangentialstraße. Die Zeitung veröffentlicht ein Rundschreiben: „Die geplante Straße stellt keine Entlastung für die Bundesstraße 5 dar, sondern belastet sie zusätzlich. Schließlich wird der Stadt so die letzte Möglichkeit genommen, einen ausreichenden und ansprechenden Marktplatz im Stadtzentrum zu schaffen.“ Unterschrieben ist der Rundbrief, den alle Lauenburger im Briefkasten haben, vom „Bürgerkomitee für eine sinnvolle Stadtkernplanung“.