Trasse Lübeck-Lüneburg

LWG will Resolution gegen Gleisausbau

Kommt der Gleisausbau, dann würden deutlich mehr Güterzüge den Lauenburger Bahnhof passieren.

Foto: Timo Jann

Kommt der Gleisausbau, dann würden deutlich mehr Güterzüge den Lauenburger Bahnhof passieren.

Lauenburg. Die Lauenburger Wählergemeinschaft fürchtet wachsende Lärmbelastung – und beantragt eine Resolution der Stadtvertreter.

Lauenburg.  Anwohner der Bahnstrecke Lüneburg-Lübeck sind schon jetzt genervt vom Lärm entlang der Schienen – dabei verlaufen diese bisher nur eingleisig. Das könnte sich ändern. Sowohl das Land Schleswig-Holstein als auch Niedersachsen haben den Ausbau der Bahnstrecke für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Damit soll das Schienennetz in Hamburg von Güterzügen entlastet werden.

Für die Menschen in Lauenburg und Umgebung sei dies nicht zumutbar, meint dagegen die Lauenburger Wählergemeinschaft (LWG). Die Fraktion hat zur nächsten Stadtvertretersitzung einen Antrag vorgelegt, mit dem sie eine Resolution gegen den Schienenausbau erreichen will.

Lärmschutz ist kaum möglich

„Ein zweigleisiger Ausbau würde zu einer drastischen Zunahme schwerer Güterzüge im Kreis Herzogtum Lauenburg führen – mit der Folge, dass weite Bereiche des Stadtgebietes auch während der Nachtzeit hohen Lärmemissionen ausgesetzt wären“, meint Niclas Fischer von der LWG.

Nicht nur alle Wohngebiete am Elbhang wären davon betroffen, sondern auch Areale in der Altstadt, die für den Tourismus wichtig seien, ebenso das Schloss und der Fürstengarten. Wegen des beträchtlichen Höhenunterschiedes sei ein Lärmschutz aber kaum möglich, so Fischer. Seine Befürchtung: „Sämtliche Bemühungen der Stadt zur Entwicklung des Tourismus wären zunichte gemacht, der Hotelneubau womöglich infrage gestellt.“

Als Umgehungsroute ungeeignet?

Zudem würde eine zweigleisige Bahnstrecke tn Lüneburg auf die überlastete Linie Hamburg-Lüneburg-Hannover treffen, so Fischer. „Als Umgehungsroute des Knotenpunktes Hamburg wäre sie damit gänzlich ungeeignet.“

Durch die beiden Bundesstraßen 5 und 209 seien die Lauenburger schon jetzt großen Belastungen ausgesetzt. Fischer: „Und seit über 20 Jahren warten wir vergeblich auf den Bau einer Ortsumgehung. Wenn statt dieser künftig auch noch der durch den Bau der Fehmarnbelt-Querung stark expandierende Schienengüterverkehr durch das Stadtgebiet geleitet würde, dürfte die Situation unerträglich werden.“

„Alpha-Variante“ statt „Y-Trasse“

Der Ausbau von bestehenden Schienenstrecken war 2015 ein Ergebnis des vom niedersächsischen Wirtschaftsministeriums organisierten „Dialogforums Schiene Nord“. Diese „Alpha-Variante“ löst Pläne für die sogenannte „Y-Trasse“ ab, die seit Jahrzehnten diskutiert wurde, nun aber nicht mehr weiterverfolgt werden soll.

Ob der Ausbau der Strecke Lüneburg-Lübeck tatsächlich kommt, ist noch fraglich. Denn in Büchen, wo sie mitten durch den Ort führt, ist dafür kaum Platz. Und auch die Lauenburger Elbbrücke – mit 60 Jahren mittlerweile marode – müsste erneuert werden.

Die Sitzung der Stadtvertreter beginnt am Mittwoch, 24. Februar, um 19 Uhr im Forum der Albinus-Gemeinschaftsschule (Schulstraße). Auf der Tagesordnung stehen zudem die Umstrukturierung der Schulmensen und die B-Plan-Änderung für das Gewerbegebiet an der Juliusburger Landstraße (wir berichteten).