Flüchtlingskinder Endlich gibt es auch eine DAZ-Klasse in Lauenburg

Lauenburg.  Das Land Schleswig-Holstein rechnet in diesem Jahr mit 30 000 bis 35 000 neuen Flüchtlingen. 2015 waren es 55 000. Diese Zahlen teilte Bürgeramtsleiter Thomas Burmester im Ausschuss für Bürgerangelegenheiten und Soziales mit. Weniger junge Männer, dafür mehr Frauen und Kinder seien zu erwarten – auch in Lauenburg. Etwa 200 bis 220 Flüchtlinge müssen die Stadt und das Amt Lütau im laufenden Jahr wohl aufnehmen, so Burmester. 2015 waren es insgesamt 247.

„In der Verwaltung haben wir jetzt mit einer zusätzlichen Stelle eine gute Basis für die Betreuung. Und die Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt, die die Wohnungen ausstattet, funktioniert blendend“, sagte der Amtsleiter. Auch mit der Sprachmittlerin, die halbtags beschäftigt wird, habe die Stadt „einen guten Fang gemacht“.

Zudem werde jetzt ein VW Bus gekauft, der für Transporte verwendet werden soll. Denn relativ häufig kommt es vor, dass Flüchtlinge zur Erstaufnahmeeinrichtung nach Neumünster müssen, um dort ihren Asylantrag zu stellen.

Endlich gibt es in Lauenburg auch eine DAZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache). Bisher mussten Flüchtlingskinder aus Lauenburg zum Lernen nach Büchen fahren. Burmester: „Das waren im vergangenen Jahr 44 Kinder, jetzt kommen elf neue hinzu.“ Seit Montag gibt es DAZ an der Weingarten-Grundschule. Für kommenden Dienstag sind Gespräche an der Albinus-Gemeinschaftsschule geplant. Ziel: Auch dort eine DAZ-Klasse einrichten.

Insgesamt habe sich die Situation etwas entspannt, man könne den „Anmietungsboom“ von 2015 etwas zurückfahren. Was die Zukunft bringe, sei aber schwer vorauszusehen, bedauert Burmester: „Das Land ist leider nicht mehr ganz so auskunftsfreudig. Wir bekommen jetzt nur noch jede Woche einmal eine Lagemeldung und nicht mehr täglich.“

Die Stadt Lauenburg habe bei der Unterbringung von Flüchtlingen Augenmaß gezeigt – dieses Lob von Karsten Fries, Fachdienstleiter beim Kreis Herzogtum Lauenburg, gab Burmester an den Ausschuss weiter. Und sein eigenes Fazit klingt ebenfalls zufrieden: „Insgesamt sind wir gut davor.“