Hochwasserschutz Lauenburger sauer: „Das Land spielt gewaltig auf Zeit“

„Sollen wir mit den Ergebnissen der Bodenuntersuchungen überrascht werden“, fragt Jörg Sönksen von der Betroffenengemeinschaft Hochwasser.

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„Sollen wir mit den Ergebnissen der Bodenuntersuchungen überrascht werden“, fragt Jörg Sönksen von der Betroffenengemeinschaft Hochwasser.

Lauenburg. Die Betroffenengemeinschaft Hochwasser kritisiert, dass es erst am 9. März Informationen über die Bodenuntersuchungen geben soll.

Lauenburg..  Wie wird der Lauenburger Hochwasserschutz für die Altstadt aussehen? Kommt eine Spundwand, die sich viele Hausbesitzer wünschen? Darum geht es am 9. März: Dann sollen die Ergebnisse der Baugrunduntersuchungen bekanntgegeben werden – endlich. Eigentlich sollten sie bereits im Herbst 2015 vorliegen, dann wurden die Lauenburger auf eine Infoveranstaltung im Februar 2016 vertröstet. Diese wird nun erst im März stattfinden. Zu dem Termin wird auch Umweltminister Robert Habeck (Grüne) in Lauenburg erwartet.

Die Mitglieder der Betroffenengemeinschaft fühlen sich hingehalten. „So langsam macht sich die Erkenntnis breit, dass die Landesregierung gewaltig auf Zeit spielt“, sagt Jörg Sönksen. Überall entlang der Elbe gebe es Arbeiten und Investitionen in den Hochwasserschutz – auch in der nahen Umgebung. Im bereits gut geschützten Hohnstorf sei an der Höhe der Deichkrone gearbeitet worden. „Aber im Bereich der Lauenburger Altstadt wurden bisher nur Löcher in den Sand gebohrt“, klagt Sönksen.

Betroffene wollen sich vorbereiten

„Jetzt liegen die Ergebnisse vor, aber die Betroffenen in der Altstadt kommen nicht an sie heran“, kritisieren Sönksen und seine Mitstreiter. Sie möchten sich auf den Infoabend am 9. März vorbereiten und fragen: „Sollen wir erst dann mit den Ergebnissen und den sich daraus ergebenden Konsequenzen überrascht werden?“ Zwar sollen nach Informationen unserer Zeitung die Chancen für eine Spundwand gut stehen (wir berichteten), doch offizielle Angaben gibt es dazu vor dem Infoabend nicht. Auch er kenne noch keine Details, sagte Bauamtsleiter Reinhard Nieberg, als er im Bauausschuss über den Stand der Hochwasserschutz-Pläne berichtete.

Die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen sollen Aufschluss über die Frage geben, ob der Elbhang bei Hochwasser abrutschen könnte. Das befürchten viele Altstadtbewohner. Der Elbhang ist besonders für den Abschnitt A des Hochwasserschutzes wichtig. Er reicht vom RGL-Bootshaus bis zum Rufer-Platz, ein Ingenieurbüro soll sowohl die Spundwand als auch Alternativen entwickeln. Für Abschnitt B (Rufer-Platz bis Kanalbrücke) haben sich laut Nieberg fünf Ingenieurbüros an der EU-weiten Ausschreibung beteiligt. „Hier stehen wir kurz vor der Vergabe“, so Nieberg.

Stadt informiert auch über Evakuierungen

Für Abschnitt C (Kanalbrücke bis Untertor der Lauenburger Schleuse) läuft die Ausschreibung noch. Hier soll es einen stationären Hochwasserschutz – ähnlich wie am Schleusenkanal in Geesthacht – geben. Allerdings laufen auch noch Gespräche mit Anliegern. Marina, DLRG und Wassersport-Club planen zusätzlich eigene Maßnahmen.

Im Abschnitt D (Schleuse bis Palmschleuse und Stecknitzdeich) wurden teilstationäre Schutzelemente angeschafft und bereits getestet (wir berichteten). Auf dem Bahndamm fehle noch auf einer Länge von 460 Metern eine abdichtende Lehmschicht, so Nieberg. Doch bei Baggerarbeiten seien Kabel im Erdreich aufgetaucht.

Der Infoabend am Mittwoch, 9. März, beginnt um 19.30 Uhr in der Osterwold-Halle, Elbstraße 145 a. Bereits ab 19 Uhr informiert die Stadt über künftige Kriterien für die Evakuierung bei Hochwasser.