Lauenburg Tierarzt als ehrenamtlicher Fahrradschrauber

Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge bittet um Spenden – Gesucht werden Räder und Zubehör

Lauenburg.  „Das ist gut“, sagt Kenan Al Yafi. Der Syrer ist zur improvisierten Fahrradwerkstatt von Dr. Bernd Tormann nach Buchhorst gekommen, um sich über das Angebot zu informieren. Er freut sich ebenso wie Mahammad Al-Daher und Navges Nazavi: Mit einem Rad aus der Werkstatt sind die drei Flüchtlinge jetzt mobiler.

Der Tierarzt Bernd Tormann ist mehr durch Zufall zum ehrenamtlichen Fahrradschrauber geworden. Er engagiert sich im Kreis der Helfer für eine Willkommenskultur in Lauenburg. Und Bodo Krüger, Projektleiter der Sozialkaufhäuser, die von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) betrieben werden, hatte im Juni 2015 um Fahrradspenden gebeten.

Viele Räder wurden gespendet, sie mussten zwischengelagert, teilweise repariert und ausgegeben werden. Tormann räumte einen Schuppen auf seinem Grundstück leer. Gemeinsam mit Flüchtlingen macht er die Drahtesel dort wieder fit. Jeder, der ein Rad in Empfang nimmt, bekommt einen Informationszettel mit den Verkehrsregeln in seiner Landessprache.

„Wir geben natürlich nur Räder aus, die verkehrstüchtig sind“, sagt Tormann. Dafür muss ab und zu Kleinmaterial gekauft werden. Mit einem Beitrag von fünf Euro pro Fahrrad tragen die Flüchtlinge dazu bei, dass Geld für Klingeln oder Beleuchtung zusammenkommt.

Allerdings werden die Räder langsam knapp, ebenso wie Helme und anderes Zubehör. Wer ein Fahrrad in gutem Zustand oder Ersatzteile hat, kann diese im Lauenburger Sozialkaufhaus (Krügerstraße 3) abgeben. Spender, die nicht mobil sind, können unter Telefon (0 41 53) 55 97 56 einen Abholtermin vereinbaren.

Das Sozialkaufhaus ist täglich von 9 bis 17 Uhr und freitags bis 15 Uhr geöffnet. Wer seine Fahrradspende lieber direkt nach Buchhorst in die Werkstatt (Dorfstraße 15) bringen möchte, kann sich bei Bernd Tormann unter der Telefonnummer (0 41 53) 52 33 8 anmelden.