B-Plan-Änderung

Stadt hofft auf finanzkräftige Investoren

Wenige große statt vieler kleiner Grundstücke: Bauamtsleiter Reinhard Nieberg zeigt den geänderten B-Plan 74 für das Gewerbegebiet Nord.

Foto: Karin Lohmeier / BGZ

Wenige große statt vieler kleiner Grundstücke: Bauamtsleiter Reinhard Nieberg zeigt den geänderten B-Plan 74 für das Gewerbegebiet Nord.

Lauenburg. Die Grundstücke im neuen Gewerbegebiet sollen größer werden. Damit reagiert die Stadt Lauenburg auch auf Anfragen von Firmen.

Lauenburg..  Bisher gibt es nur eine Firma im neuen Gewerbegebiet Nord: 2015 hat die Endomedical GmbH auf einer 5800 Quadratmeter großen Fläche ihr neues Domizil bezogen. Das Unternehmen mit rund 20 Mitarbeitern ist auf die Reparatur von Endoskopen, Ultraschallköpfen, Videokabeln und Wasserschutzkappen spezialisiert. Zuvor war es im Gewerbezentrum an der Reeperbahn ansässig, doch dort gab es nicht mehr genug Platz. Aber nicht nur für wachsende Lauenburger Unternehmen soll es im Gewerbegebiet Grundstücke geben: Die Stadt hofft ganz besonders auf die Ansiedlung neuer großer Betriebe – und auf zusätzliche Gewerbesteuern.

Darum hat der Bau- und Planungsausschuss am Montagabend die 1. Änderung des Bebauungsplanes 74 auf den Weg gebracht. Danach sollen die Grundstückszuschnitte deutlich großzügiger ausfallen, als dies bei der Aufstellung des Ursprungsplanes in den 1990er-Jahren vorgesehen war. Die kleinen Flächen entsprechen nicht mehr den heutigen Vorstellungen von Ansiedlungsvorhaben, machte Bauamtsleiter Reinhard Nieberg im Ausschuss deutlich. „Die Unternehmen erwarten deutlich größere Flächen“, so Nieberg.Lediglich drei große Teilflächen von 4, 7 und 10 Hektar sieht der geänderte Plan nun vor. „Das hat den Vorteil, dass wir als Stadt weniger Erschließung übernehmen müssen“, erklärte der Amtsleiter. Statt bis in die letzte Ecke des Gebietes soll die künftige Erschließungsstraße nun nur noch im fast rechten Winkel von der Niedersachsenstraße zur Juliusburger Landstraße führen.

Weitere Firmenansieldungen in diesem Jahr

Für das rund 21 Hektar große Areal hatte der Bürgermeister in der Vergangenheit besonders in China geworben. Weitere Firmenansiedlungen soll es noch in diesem Jahr geben. Denn Bürgermeister Andreas Thiede will auch die Hoffnung auf China nicht aufgeben. „Die Gespräche laufen weiter“, sagte er unserer Zeitung noch im Januar. Und laut Nieberg gibt es bereits einen Interessenten, der sich südöstlich von Endomedical ansiedeln will.

Mit einer Enthaltung (Grüne) votierten die Ausschussmitglieder für die Änderung. Auch die Stadtvertreter müssen in ihrer nächsten Sitzung (Mittwoch, 24. Februar, 19 Uhr) noch zustimmen.

Neue Bürger – und letztlich mehr Steuereinnahmen – erhofft sich die Stadt auch vom Baugebiet West. 14 Hektar für etwa 200 Familien sollen am westlichen Stadtrand, nördlich der B 5, entstehen. „Der B-Plan steht jetzt zur Bürgerbeteiligung an“, erklärte Reinhard Nieberg. Er wies noch einmal auf einige Knackpunkte hin: So wird die Erschließung von der B 5 aus erfolgen, und dort soll weiter Tempo 70 gelten. „Erfahrungsgemäß kommen Forderungen nach einer Ampel, sobald dort die ersten Familien wohnen“, so Nieberg.

Diskussion über das neue Wohngebiet

Mit etwas Stirnrunzeln nahmen die Ausschussmitglieder zur Kenntnis, dass keine Busse in das 14 Hektar große Gebiet fahren werden – dafür sind die Straßen zu eng, so Nieberg. Vom letzten Winkel bis zur Bushaltestelle an der B 5 könnte ein Fußweg von 500 Metern fällig werden, beantwortete der Amtsleiter eine Frage von Darius Brackmann, Vorsitzender des Jugendbeirates.

Überdacht werden soll noch einmal die bisherige Planung, nach der es keine gesonderten Parkflächen geben soll. Das befürwortete auch der Ausschussvorsitzende Christian Stockfisch (CDU): „Man sieht die Auswirkungen solcher Fehlplanung zum Beispiel im Geesthachter Wohngebiet, wo alles zugeparkt ist.“ Allerdings gehen zusätzliche Parkplätze zu Lasten der bebaubaren Flächen. Genug Nachfrage für das Gebiet gibt es offenbar. Nieberg: „Wir haben in den letzten Monaten Dutzende von Gesprächen mit Bauinteressenten geführt.“