Typisierung Genetischer Zwilling von Dr. Thorsten Salamon gesucht

670 Menschen lassen sich in Büchen für die DKMS typisieren, um eventuell als Stammzellenspender in Fage zu kommen.

Foto: Retzlaff / BGZ

670 Menschen lassen sich in Büchen für die DKMS typisieren, um eventuell als Stammzellenspender in Fage zu kommen.

Lauenburg. Dass die Hamburger Notarzt Dr. Thosten Salamon die Diagnose Leukämie erhielt, löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus.

„Es gibt vier wichtige Ereignisse in meinem Leben. Das sind die Geburten meiner beiden Kinder, unsere Hochzeit und der 5. November 2012“, erzählt Catharina Bethien. Am Morgen dieses bedeutsamen Novembertages lag sie im Krankenhaus in Dresden. Kerngesund, aber aufgewühlt, gespannt und glücklich. Die 34jährige Schwarzenbekerin hatte kurz zuvor die Nachricht erhalten, dass sie als Stammzellenspenderin infrage kommt und einem leukämiekranken Menschen das Leben retten kann. „Ich konnte es kaum fassen, dass ich einen genetischen Zwilling habe“, sagt sie. Ihre Stammzellen wurden aus der Blutbahn entnommen. Mittags war es geschafft. „Sachlich gesehen war es ein Beutel Blut. Für mich war es sehr emotional. Aber für den Menschen, der die Stammzellen bekam, ging es um Leben und Tod“, erinnert sie sich.

Nach zwei Jahren erfährt der Spender den Namen des Empfängers

Als ihr das nachmittags beim Spaziergang durch Dresden bewusst wurde, kaufte sie einen Glücksbringer, eine Engelsmünze. Sie teilte die Münze – eine Hälfte für den kranken Menschen, eine Hälfte behielt sie. Während die Stammzellen schon unterwegs waren zu dem Todkranken, erkundigte sich die junge Frau bei der DKMS, wem sie spendete. Nur drei Fakten werden zu diesem Zeitpunkt genannt: Alter, Geschlecht und das Land, in dem der Kranke lebt. Alles andere bleibt anonym. „Ich wusste dann, es ist ein Mann, 53, in den USA.“ Noch in der darauffolgenden Nacht bekam er die Stammzellenspende. Über die DKMS schrieb sie ihm anonym, schickte die Hälfte der Engelsmünze als Glücksbringer. Erst nach zwei Jahren erfuhr sie, wer der Mann in den USA ist: Rodney. Er schickte ihr liebe Dankesworte und eine Silberkette als ewige Erinnerung. „Da musste ich weinen, so glücklich war ich. Ihm geht es gut. Wir schreiben uns manchmal“, sagt sie.

Die Silberkette, das Geschenk ihres genetischen Zwillings, trug sie am Sonntag zu ihrem weißen DRK-Shirt. In der „Wiesen-Kita“ des DRK am Schulweg hat sie zusammen mit der Facebook-Initiativgruppe „Helft Thorsten“, dem DRK-Ortsverein Büchen und vielen anderen Helfern eine Typisierungsaktion für den an Leukämie erkrankten Hamburger Notarzt Dr. Thorsten Salamon organisiert. Landtagspräsident Klaus Schlie, Büchens Bürgermeister Uwe Möller und die Bürgervorsteherin Heike Gronau-Schmidt halfen als Schirmherren und auch vor Ort mit.

Über 6000 Euro kamen an Spenden in Büchen zusammen

670 Menschen kamen, um sich als potenzieller Stammzellenspender bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren zu lassen und gaben einen Zellabstrich aus den Wangen, damit sie dafür typisiert werden können. Sie kamen aus Büchen, umliegenden Orten sowie aus Eutin, Münster, Lübeck und Bielefeld. Viele spendeten zusätzlich Geld, denn eine Typisierung kostet 40 Euro. Insgesamt 6024,12 Euro kamen so zusammen – gestern dann weitere 1000 Euro von Firmen und der Gemeinde hinzu.

Neben Catharina Bethien waren vier weitere Helfer, die bei dieser Aktion als Organisatoren, beim Registrieren oder Kuchen- und Suppenverkauf mitmachten, selbst schon einmal Stammzellenspender. „Ich durfte 2012 meine Stammzellen spenden“, erzählte die 33-jährige Katja Meinke aus Zarrentin. Ihr „Zwilling“ ist ein fünfjähriges Mädchen in der Türkei. Annette Landahl aus Schwarzenbek spendete im Mai 2015 für eine Frau, die in Deutschland lebt. Auch Christian, der Ehemann von Catharina Bethien, war bereits Stammzellenspender. Jedoch war der Empfänger leider so krank, dass er schließlich doch starb. Melina Mohn aus Geesthacht spendete ihre Stammzellen vor knapp drei Wochen an einen 16-jährigen Jungen aus Großbritannien. „Ich hoffe sehr, dass es ihm gut geht“, bangt sie.

„Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass wir mit dieser Typisierungsaktion Thorsten Salamon und vielen anderen Menschen, die an Blutkrebs leiden, helfen können“, fasst Catharina Bethien die Hoffnung aller zusammen.

Wer nicht an einer Typisierung teilnehmen kann, hat dennoch die Möglichkeit, sich testen zu lassen. Dafür kann jeder Gesunde im Alter von 17 bis 55 Jahren ein Set auf www.dkms.de anfordern. Das Set kommt per Post. Nach einem Wangenabstrich werden die Wattestäbchen zusammen mit den unterschriebenen Unterlagen an die DKMS zurückgesendet.

Wer nicht an einer Typisierung teilnehmen kann, kann sich dennoch testen lassen. Dafür kann jeder Gesunde im Alter von 17 bis 55 Jahren ein Set auf www.dkms.de anfordern. Das Set kommt per Post. Nach einem Wangenabstrich werden die Wattestäbchen zusammen mit den unterschriebenen Unterlagen an die DKMS zurückgesendet.