Bundesverkehrswegeplan

Wird die Lauenburger Elbbrücke doch neu gebaut?

Wenn mehr Züge auf der Strecke Lübeck – Lüneburg über Lauenburg fahren, muss die marode Elbbrücke doch errnauert werden.

Foto: Wiebke Brütt / BGZ

Wenn mehr Züge auf der Strecke Lübeck – Lüneburg über Lauenburg fahren, muss die marode Elbbrücke doch errnauert werden.

Lauenburg. Das Land Schleswig-Holstein hat den zweigleisigen Ausbau der Trasse für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet.

Fahren bald mehr Züge zwischen Lüneburg und Lübeck? Das Land Schleswig-Holstein hat den zweigleisigen Ausbau der Trasse für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet – eine entsprechende Mitteilung des Kieler Wirtschaftsministeriums irritiert derzeit die Politik des Herzogtum Lauenburgs. Denn noch im Dezember hieß es: Der Ausbau der eingleisigen Strecke Lübeck-Lüneburg, die über den Verkehrsknotenpunkt Büchen führt, sei aus Kostengründen keine Option.

Die Pläne des Ministeriums, die Landrat Dr. Christoph Mager per Brief mitgeteilt wurden: Stufenweise soll die Trasse durchgängig zweigleisig ausgebaut werden. Außerdem hat das Ministerium die Elektrifizierung der Strecke und ein sogenanntes „Überwerfungsbauwerk“ in Büchen angemeldet. Letzteres kann sowohl eine Brücke als auch ein Tunnel sein, der das Kreuzen von Trassen ermöglicht.

Neubau der der Lauenburger Elbbrücke ist Voraussetzung

Zu realisieren wäre das Projekt nur durch den Neubau der Lauenburger Elbbrücke, bestätigt Harald Haase, Pressesprecher des Wirtschaftsministeriums. Die ausgebauten Schienen, auf denen Züge dann 140 Stundenkilometer schnell fahren könnten, sind als eine Alternative gedacht, über die der Verkehrsknotenpunkt Hamburg umfahren werden könnte – so die Argumentation aus Kiel. Wobei Haase deutlich macht: „Bisher ist es nur eine Wunschliste.“

Büchens Bürgermeister ist skeptisch

Büchens Bürgermeister Uwe Möller beobachtet die Neuigkeiten aus Kiel skeptisch. „Wir warten mal ab. Angemeldet wird immer viel, was wirklich kommt, steht auf einem zweiten Blatt“, sagt er. Zudem verweist Möller auf Akten, die seit etwa zehn Jahren in seinem Büro stehen – damals war der Ausbau zwischen Lüneburg und Lübeck schon einmal Thema; und damals war er unter anderem aus geografischen und geologischen Gründen abgelehnt worden. Der Untergrund bei Mölln gebe kein weiteres Gleis her und entlang der Trasse sei die Bebauung zu eng. „Wo bitte sollen die Gleise denn gebaut werden“, fragt Möller.

Landrat erwartet Proteste aus dem Kreis gegen die Pläne

Landrat Mager reagiert mit einem Brief ans Wirtschaftsministerium: Auch wenn ein Überwerfungswerk in Büchen für den direkten Anschluss nach Hamburg Charme haben könnte, dürfte dies Befürchtungen in Zusammenhang mit der „Alpha-Variante E“ auslösen. „Ein zweites Gleis und die Elektrifizierung dürften nur dann sinnvoll sein, wenn ein erheblicher Güterverkehr nicht über die Trasse Bad-Kleinen, sondern dann über Ratzeburg, Mölln und Büchen geführt werden sollte. Ich gehe davon aus, dass derartige Pläne erhebliche Proteste im Kreis Herzogtum Lauenburg auslösen.“

Die sogenannte „Alpha-Variante“, die ebenfalls in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden soll, hat Ende 2015 die Kreispolitik aufgescheucht: Der steigende Güterverkehr von den Seehäfen Hamburg und Bremen soll demnach über ausgebaute Trassen in Niedersachsen ins Hinterland abfließen – was wiederum eine Mehrbelastung der Strecke Hamburg-Büchen-Wittenberge bedeuten könnte.